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Neunter Band.
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1159
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Zuckerfabrikation. 1157

ter Voraussetzung der höchsten Concentration, nämlich bei 13 bis 18 Proc.Wassergehalt in verschiedenen Fabriken je nach Arbeitsweise und son-stigen Umständen etwa 45 bis 51 Proc.; die Polarisation der trockenenSubstanz wechselt zwischen 56 und 63 Proc. J ); Angaben, welchee rheblich niedrigere oder höhere Zahlen enthalten, sind auf sehr was-serhaltige verdorbene oder auf nicht gehörig auskrystallisirte Productezurückzuführen. Diesen Zucker aus der Melasse auf wohlfeile und fabrik-mässige Weise zu gewinnen, ist eine Aufgabe, welche oft versucht, bisheraber noch nicht gelöst worden ist 2 ). Denn die Dubrunfaut’sche Me-thode der Fällung mit Baryt (s. S. 1089) hat noch manche Schwierigkeitenzu lösen; und es muss die Bestätigung der Erfolge, welche in französi-8c hen. und anderen Fabriken damit erzielt sein sollen, wohl vorerst nochabgewartet werden 3 ); die Methode Stammer’s Fällung mit Kalk oderStro ntian und Weingeist 4 ) dürfte ebenfalls noch lange ein Laborato-riumsversuch bleiben.

Man erzielt zwar hier und da durch starke Filtration aller Nach-producte und durch schliessliche Anwendung grosser Mengen Knochen-hohle auf geringe Melassenquantitäten eine so helle Melasse, dass die-selbe zum Consum in ähnlicher Weise wie der Colonialsyrup Käuferhudet, allein die Kosten dieses Verfahrens sind im Verhältniss zu demSwingen Absatz in Folge des unvertilgbaren salzigen Beigeschmackes2u gross, um ihm allgemeinere Anwendung zu verschaffen. Somit bleibthir den jetzigen Standpunkt der Fabrikation als nennenswerthe Anwen-dung der Melasse nur die zur Spiritusbrennerei, wobei die Schlempe alssolche oder nach dem Trocknen und Einäschern als Schlempekohle denRübenfeldern die entzogenen Mineralbestandtheile namentlich das Kali2,1 ersetzen vermag. Diese Düngung bietet in der That die einzigeWohlfeile Möglichkeit einer vortheilhaften Wiederbenutzung dieses vonder Rübe aufgenommenen Bodenbestandtheils.

Gegenüber dieser unbestreitbaren Wichtigkeit der Melassenaschedarf man jedoch nicht übersehen, dass der Werth der Melasse dochUnmer weit unter dem des darin enthaltenen Zuckers steht, und dasses daher in jeder Weise als Aufgabe der Zuckerfabrikation zu be-dachten ist, die Erzeugung von Melasse auf ein Minimum zu reduciren,°der mit anderen Worten, so viel krystallisirbaren Zucker wie irgendMöglich zu erhalten und abzuscheiden. Es ist im Obigen schon anv ®i’schiedenen Stellen auf die Wege hingewiesen worden, welchediesem Ziele nahe zu kommen erlauben; wir wollen hier noch-mals darauf aufmerksam machen, dass beim jetzigen Stande unsererd-enntniss die möglichste Auwendung von Knochenkohle bei umsichtigerAusführung der Filtration in allen Stadien für jetzt noch als das rich-dgste Mittel zu bezeichnen ist, welches in dieser Beziehung wie inRücksicht auf Reinheit und Schönheit des Productes nicht allein beider'Rohzuckerfabrikation sondern auch bei den übrigen Zweigen derLederindustrie zu empfehlen ist.

j l ) Zeitschr. für Rübenzuckerindustrie Bd. X, S. 53. — 2 ) Dingler’s polyt.S 'qj - Bd ‘ CLX ™, S. 215; Zeitschr. des Vereins für Rübenzuckerindustrie Bd. XII,p" rit’ ^ahresber. für Zuckerfabrikation Bd. I u. II, S. 336. — 3 ) Cosmos Vol. XXI,« so Journ - des fab- de Sucre 1863, Nr. 11; I)ingl. polyt. Journ. Bd. CLXVII,Bd rrv Jahr<?sber - f. Zuckcrfabr. III, S. 262. — 4 ) Dingler’s polyt. Journ.S 's i, s - 136 u - 207; Zeitschr. des Vereins für Rübenzuckerindustrie Bd. XII,

• 4 14; Jaliresber. f. Zuckerfab. III, S. 245.