1170 Zuckerfabrikation.
geführt worden, obwohl noch die bei weitem grössere Menge Zuckerroh 1nach der älteren Methode verarbeitet wird. In der allerneuesten Zeühaben die Colonien begonnen, die Fortschritte, welche die Rübenzucker'fabrikation gemacht hat, auch auf ihre Fabriken anzuwenden und z"dem Ende Centralfabriken für mehrere Plantagen zu errichten, welch emit Dampf betrieben und mit den vorzüglichsten aus Europa bezogene 11Maschinen versehen sind, sie müssen jedoch ihr Brennmaterial au sfernen Ländern (zumeist aus England) beziehen und haben auch son^mit mancherlei Schwierigkeiten zu kämpfen. Aus diesem Grunde lftes noch unentschieden, in wie weit es sich lohnen wird, die Colonial'Zuckerfabrikation der Rübenzuckerfabrikation ähnlich auszubilde 11 ’und welches die beste Methode sein wird, um unter den gegebene 11Verhältnissen eine grössere und bessere Ausbeute aus dem Zuckerrohr z aerzielen. Einstweilen geht in Folge der im Grossen und Ganzen noch sek 1mangelhaften Einrichtungen die grössere Menge des geernteten Zucke 1 " 5für die Fabrikation verloren, wenn auch hier und da mit besseren Ap'paraten bessere Ergebnisse als früher erzielt werden.
Der Saft wird aus dem Zuckerrohr durch schwere liegende WaB el)ausgepresst. Diese liefern in der alten Gestalt nur 50 Proc. S»ß’während man bei starker Pressung 70 bis 80 Proc. erhalten könnte’Da das ausgepresste Rohr die Bagasse als Brennmaterial zum Ver'dampfen des Saftes dienen muss, so darf keine Behandlung angewendetwerden, die es zu sehr zerkleinern würde, denn es ist fast das einz , t? edisponible Heizmaterial zum Verdampfen des Saftes.
Durch Vermehrung der Presswalzen, grösseres Gewicht und vef'besserte Einrichtung und durch Heiznng derselben mit Dampf erb»man jetzt bis zu 65 Proc. Saft; der Zucker, welcher in dem zurück'gelassenen Safte verbleibt, dient nur noch als Brennmaterial.
Der erhaltene Saft fliesst in ein grösseres Reservoir, wo man et^ 1 *1 Stunde lang die suspendirten Unreinigkeiten sich absetzen lässt; a ^ ädann kommt er in den Abdampfapparat, worin er zunächst mit einetgeringen Menge Kalk (etwa 0,02 bis 0,03 Proc. des Saftes) versagund hiernach eingekocht wird. Während des Kochens bildet sich vieSchaum, der öfters abgeschäumt wird, wie man denn auch zuwege”noch mehrmals etwas Kalk zugiebt. Diese Operation heisst „Läuterung“. Als Abdampfapparat dient sehr häufig noch die altepage“, welche aus einer Reihe flacher terassenförmig übereinander 1111auf freiem Feuer stehender Pfannen besteht, deren letzte direct üb efdem Feuer den Saft fertig kocht. Indessen haben sich in der neuere’ 1Zeit eine grosse Zahl von verbesserten Abdampfapparaten der v " e ’schiedensten Art Bahn gebrochen; so z. B. Pfannen mit Rührtet jPfannen mit Dampfheizung u. s. w., über deren relativen Werth ‘ lCBerichte sehr verschieden lauten. Auch die Dampfapparate mitringertem Drucke und mehrfacher Dampfbenutzung haben hier und d‘in grösseren Fabriken Eingang gefunden.
Beim Abdampfen des Saftes bildet sich in der Pfanne ein E uabsatz ( Cal ’), der sich so fest ansetzt, dass man die geleerten und t r ®jckenen Pfannen stark erhitzen muss, wodurch der Pfannenstein relS _und sich theilweise ablöst, so dass er dann mit einem Meissei fortg e
’) Aus 92,5 phosphorsaurem Kalk; 1,4 phosphorsaurem Kupfer; 1,6saurem Kalk und 4,6 Kieselerde bestehend.
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