Einleitung.
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Die Erzählung vom goldenen Vliesse, welches Jason im dreizehnten Jahrhundertevor Christi Gehurt aus Kolchis nach Griechenland brachte, ist wohl eine der ersten Spu-ren, dass Asiens Reiclilhümer nach Europa strömten. Die Fahrt der Argonauten steht daheran der Spitze der Unternehmungen, wodurch sich Europäer Reichthümer in Asien sammeln.
Das zweite grosse Wagniss der Art war der trojanische Krieg, durchaus aber mehrim Geiste des Ritterthumes und des Krieges als im Handelsinteresse unternommen. — Dashohe Ilion fiel in die Gewalt der Griechen um das Jabr 1184 vor Christi Gehurt.
In Asien hatten ausser Kolchis und Troja noch die Könige der Hebräer, David undSalomon, dann die pliönikischen Städte, Tyrus und Sidon, grosse Reichtliümer zusammen-geb rächt, insbesondere aber Kyros, der den Krösus und dessen Schätze in seine Gewaltbekam, dann auch Babylon einnahm. Nach ihm bereicherte sich Kambyses durch dieSchätze Ägyptens und Persiens. Wie reich Asien war, zeigt sich schon dadurch, dass, alsXerxes den Griechen den Krieg ankündigte, ihm ein geborner Lydier in Phrygien mit Na-men Pythias 1 ) nicht ganz 45 Millionen Ducaten zum Geschenke anbot, Xerxes diese nichtannahm, sondern noch eine Summe anwies, um den Besitz von 15 Millionen bei Pythiasvoll zu machen.
Das dritte grosse Ereigniss, wodurch Asiens Schätze nach Europa kamen, war derKampf Alexanders des Grossen um die Herrschaft von ganz Asien. Unglaublich ist, wasArrian •), Diodor von Sicilien 3 ), Curtius 4 ), Plutarchus 5 ), Justinus b ) in seltener Überein-stimmung von den Reichthümern in edlen Metallen erzählen, welche die Könige von Per-sien gesammelt, und welche nach den drei Schlachten am Granicus, bei issus und Arbelaund nach der Einnahme von Persepolis im Jahre 339 v. dir. in die Hände des Siegersfielen. Sie werden ungefähr auf dreihundert zwölf Millionen Ducaten angeschlagen. Par-menio schrieb an Alexander, dass blos das Gewicht der den Persern abgenommeuen golde-nen Becher über 73 babylonische Talente und 52 Pfund, die mit Edelsteinen geziertenaber 56 babylonische Talente und 34 Pfund betragen habe ).
') Herodot VII. 27. Ein Daricus wiegt 2/, Ducaten, wie ein Stater Alexanders des Grossen
=0 L. III. 18.
') L. XVII. 70 .
4 ) L. V. 6.
) 3-j — 37.b ) L. XI. 14.
') Athenäus L. XV. c. 17.
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