25
Nr. 31. Einem Nautilus ähnliches Gefäss. 137V 2 Ducaten in Gold. G. III.
Im Banate in der Torontaler Gespanschaft 1799 gefunden.
Nr. 32 . Ein flachgedrücktes flaschenähnliches Gefäss; auf einer der breiten Flächenist ein Adler mit greifartigem Kopfe abgebildet, der ein nacktes Weib emporträgt, welchesihm mit der rechten Hand eine Schale zum Trinken reicht, und mit der linken einen Zweig ?erhebt. Auf der entgegengesetzten Seite ist die ähnliche Vorstellung in verschiedener Rich-tung. — In beiden Zwischenfeldern, da wo die Handhabe war, ein gepanzerter Mann, mitbeiden Händen einen Baumzweig über den Kopf haltend, auf einem greifenartigen Tliieremit menschlichem Kopfe, über welchem ein Lilienzierrat, reitend; unten eine ähnliche Figurauf einem, menschliche Arme emporstreckenden Kentaur, reitend; auf der entgegengesetz-ten Seite gleiche Vorstellung in verschiedener Richtung; der Hals des Gefässes ist mit zweischreitenden Störchen verziert, welche Frösche im Schnabel halten; zwischen diesen zweiruhigstehende Störche; der Fuss ist mit Lilien verziert. G. VII. 32 . 198 Ducaten in Gold.
Sowohl auf diesem Gefässe, als auch auf dem Nr. 28, ist der Raub einer weiblichenGestalt durch einen Adler, der ein greifenartiges Aussehen hat, sehr merkwürdig. Aus dergriechischen Mythologie ist nur der Raub der Ägina, wie er auf griechischen Ge fassenerscheint, mit dieser Vorstellung zu vergleichen. So zeigt diesen Raub ein schönes Gefässzu Berlin, ein anderes in der Hamilton'schen Sammlung, und ein drittes in Triest, ehemalshei Fontana, jetzt bei Sartorius *). Auf diesen Monumenten ist Ägina immer ganz bekleidet,da hingegen die weibliche Gestalt auf den Goldgefässen völlig nackt ist. — Demungeachtetscheint mir, kann bei der Deutung dieser Vorstellung aus den bekannten Mythologien eheran den Raub der Ägina durch Jupiter als Adler, als an jenen des Sal durch Simurgh gedachtwerden; denn Sal wurde als Knabe einige Tage nach seiner Geburt von Simurgh in dasFelsennest getragen und genährt *)• Auf den Goldgefässen scheint die Gestalt als weibliche,nicht in der ersten Kindheit, nicht bezweifelt werden zu können. Wollte man durchaus per-sische Mythe darin erkennen, so könnte zur Erklärung die Mythe dienen, laut welcher Si-murgh, als zu gleicher Zeit im Osten ein Prinz, im Westen eine Prinzessin geboren wur-den, welche durch das Schicksal für einander zur Ehe bestimmt waren, die Prinzessin insein Nest auf dem Berge Kaf raubte, um das Schicksal zu verhindern 3 ). Mir scheint auf denGoldgefässen eine Mischung der griechischen Mythen des Ganymed und der Ägina abgebil-det zu sein, auf ähnliche Art, wie auf den barbarischen Münzen häufig Vorstellungen vonverschiedenen griechischen und römischen Münzen nachgebildet wurden.
Dieses Thier hat etwas ausserordentlich grossartiges auf beiden Gefässen, auf denenes sehr ähnlich, aber doch nicht gleichartig vorgestellt ist. — Auf dem Gefässe Nr. 28 istder Kopf mit einer Krone, auf der zu oberst der halbe Mond, und auf den zweimaligenBildern des Gefässes Nr. 32 ist der Kopf mit einer Lilie geziert. Beide Vorstellungenhaben mit der erwähnten Beschreibung, die Ktesias von Martichoras gibt, gewiss viele Ähn-
') Panofka. Zeus und Aegina. Berlin 1836.
2 ) Fundgruben des Orients. III. 57. Görres. Heldenbuch von Iran. I. 71. u. s. w. Atkinson. The Sliäh Nämeli. p. 72. London 1832.J ) Rosenöhl. Sagen des Morgenlandes, v. Hammer. Stuttg. 1813. S. 244, 249.
7