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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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Mauerkrone und dem Füllhorn angedeutet. Dass die liegende Gestalt, bei der AN steht,Antiochia bedeute, wird bis zur Evidenz durch den berühmten Sapphir des Constantius be-wiesen, den Tanini *) aus dem Besitze Rinuccis in Florenz abzeichnen Hess, auf welchembei einer ähnlichen Gestalt steht: KECAPIA KAIHIAAOKIA.

11. Gleiche Umschrift. Die Büste des Kaisers mit erhobener, wie zum Segnen ausge-breiteter Rechte; (auf eine ähnliche Art, wie die Fürsten von Philippus von Makedonienbis zu Diocletian in die Städte einziehend, vorgestellt zu werden pflegten) in der linkenHand die Weltkugel.

CRevQ Die Rückseite ist der früheren ganz ähnlich. Die ganze Medaille ist kleinerund wiegt 63 Ducalen. XVI.

Die Öhre sind den Medaillen 10 und 11 gleichzeitig und der Verzierung jener im oberen Rande des grossen Goldge-fässes sehr ähnlich.

12. D N VALENS PF AVG Der Kopf des Valens mit Diadem und Paludamentum.

(Rev.J GLORIA ROMANORVM. Die zwei Kaiser Valentinian und Valens auf gleichem

Throne sitzend, die rechte Hand wie zum Segnen oder Schwören erhebend, in der linkehWeltkugeln haltend. Unten RN CRoma NovafJ, Lorbeerblätter und zwei Canistella. 51 1 /» Du-caten. XIV.

Ein ausserordentlich merkwürdiger, von Kaiser Franz I., dem Gemahle der Kaiserin Maria Theresia, im Jahre 1763' gekaufter, von Fischern in Ungarn aus der Donau gezogener Medaillon.

Der Anblick zeigt klar, dass Khell 2 ) in der Interpretation des Medaillons recht ge-sehen, ihn zur Zeit der Theilung der Herrschaft zwischen Valentinianus und Valens imJahre 364 3 ) geprägt zu halten. Von den OEOI2 E>TN@R0N0IS der Griechen zum prächtigenSteine, den pannonisclien Triumph darstellend, bis zu Valens wurde die Theilung der Herr*-schaft oder der Verehrung auf ähnliche Art ausgedrückt.

(Man sieht noch deutlich die Spuren, dass auch dieser Medaillon wie die Übrigenein Öhr zum Tragen hatte, was aber weggefeilt worden zu seyn scheint.)

13. D N VALENS MAX AVGVSTVS Kopf mit Diadem und Paludamentum. Inwenig verzierter Einfassung.

CRevJ GLORIA ROMANORVM Roma (Constanlinopel) silzend, mit der rechtenHand eine Victoria, mit der linken Hand einen Scepter haltend, den linken Fuss auf demVordertheile eines Schiffes. Unten: ROMA. 14 Ducaten. XV.

Gewöhnlich wird Constantinopel, die Füsse auf den Vordertheil eines Schiffes stü-tzend, vorgestellt; da aber hier ROMA so bestimmt beigeschrieben, so muss wohl auch Romso vorgestellt worden seyn.

Das Öhr ist später, dessen Verzierung und Absatz den Öhren der nordischen Münzen ähnlich, das Gold nicht so fein-haltig, sondern mit Zusatz.

') Bandurii Numism. Supl. Tab. XII. p. 304.

2 ) Supplem. ad Vaillantium. 266. 270. Joachim. IV. 1. Tanini Bandurii Numismata. Suppl. Tab. VII. p. 329.

3 ) Valentem Augustum pronuntiavit: (Valentinianus) decoreque imperatorii cultus ornatum et tempora diademate redimitum in eodem ve-hiculo secum reduxit. Ammianus Marcellinus XXVI. 4.