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Die antiken Gold- und Silber-Monumente des K.K. Münz- und Antiken-Cabinettes in Wien / beschrieben von Joseph Arneth
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(RevJ PM TR PXVIII, COS IIII PP Eia schreitender Löwe, dessen Mähnen mitStrahlen umgeben, trägt im Rachen einen Blitz. 3 23 / 3i! Ducaten.

Diese im Jahre 216 nach Chr. Geh. geschlagene Münze zeigt eine Charakteristikihres Urhebers, der sich in dieser Zeit wie ein wildes Thier benahm. Er hatte Alexan-drien mit unerhörter Grausamkeit verwüstet, zog von da nach Antiochien, fiel in Medien ein,eroberte Arbela und beraubte den Abgarus, den er durch Verstellung zu sich lockte, seinesReiches und warf ihn in den Kerker.

IMP P CARVS ET CARIN VS AVGG Die Büste des Carus mit Lorbeer und Pa-ludamentum, jene des Carinus mit Lorbeer und Paludamentum, welches mit der Aegis ge-schmückt ist.

CRevJ VICTORIAE AVGVSTT Zwei Victorien halten einen mit Lorbeer verzier-ten Schild, worauf geschrieben VOTIS X unten SIScia, Sissek. 7 7 j s Ducaten im Gewichte.

Dieser Medaillon ist wahrscheinlich im Jahre 282 nach Chr. Geb. geprägt worden,weil Carus, kaum zur Regierung gekommen, seinen jüngern Sohn Numerianus mit sich nachdem Oriente nahm, um gegen die Perser zu kämpfen und dem Carinus den Occident anver-traute, wesslialb vermutlilich dieser Medaillon gearbeitet wurde.

Die Conjecturen Eckhels, dass Carinus die Magnia Urbica zur Gemalin hatte, sinddurch Auffindung einer Inschrift in Spanien bestätigt, auf welcher es heisst 2 ):

MAGNIAE VRbICAE AVG. MAtRl CASTRORVMcONIVGI DNCARINI INVICTI AVG. CoL. 1VLaCCIS DEVoTA. NVMINI EI VS

Zur Feststellung der Gewichlsverhältnisse können folgende Angaben dienen: Ein ge-wöhnlicher Aureus des Valens wiegt l 1 /* k. k. österreichische Ducaten, die grossen Medail-lons stammen meistens von Valens, von denen freilich alle bis auf den, Tab. XIV. gesto-chenen, S. 52, Nr. 12 beschriebenen, mit Öhren versehen sind. An diesem sind Spuren einesgewesenen, aber weggenommenen Ölirs; da dieser Medaillon ohne andere Zuthat ist, und5iy t Ducaten im Gewichte hat, so ist derselbe etwa vierzigmal so schwer als ein gewöhnli-cher Aureus. Der eben genannte Medaillon hat mit dem, Tab. XV. Nr. 11 gestochenen,S. 52 beschriebenen, gleichen Unfang und Dicke; dieser wiegt aber 63 Ducaten, so ist wohlder Unterschied zwischen 5l7 4 und 63 Ducaten als das Gewicht des Ölirs anzunehmen; der

*) D. N. VII. 519.

o Kunstblatt zum Morgenblatte 1889. S. 847. Orelli. Inscript. 5057.

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