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Der äiitike («olilscliiilz
im Bukareüter National - Muieum.
Im Jahre 1838 wurden in dem walachischen Dorfe Pietraossa im Distrikte Buzeuunter dem Gebirge gleichen Namens, welches jedoch von den Anwohnern auch Istritza ge-nannt wird, die unten verzeichneten, nebst andern verloren gegangenen Gegenstände ausfeinstem Golde gefunden. Der Bauer, welcher diesen glücklichen Fund gemacht hatte, hieltdas Metall für Kupfer, und wollte seinen Kessel damit ausflicken lassen. Desslialb zerhackteer eine von den Schüsseln und gab ein Stück davon einem Zigeuner, welcher den Kesseldamit lierstellen sollte. Die Arbeit wollte aber nicht gelingen, und der trostlose Künstlerwarf dem Bauer sein schlechtes Kupfer vor die Füsse. Anfänglich durch einen Serben,nachträglich aber durch einen Juden wurde der hohe Werth erkannt, die Sache der Re-gierung verrathen, und durch Nachforschungen wenigstens so viel vor Vernichtung und Ver-schleppung gerettet, als jetzt noch im Museum zu Bukarest aufbewahrt ist. Der Goldwerthbeträgt 8000 Ducaten, der antiquarische ist vor der Hand noch unschätzbar. Diese höchstinteressanten, und in ihren Verzierungen jenen im k. k. Antiken - Cabinette gleichenden
Goldgeschirre sind auf den mitfolgenden Tafeln nach dem angesetzten Massstabe ziemlich
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treu abgezeichnet. - ' *
Eine über 1' im Durchmesser haltende Schale, zwei Pfund schwer, vom reinstenGolde und meist getriebener Arbeit. In der Mitte dieser Schale, als Omphalos befindet sicheine sitzende weibliche Figur, welche eine Tasse in der Hand hält, und herausgenommenwerden kann, von ihr ist die Seiten- und Vorder-Ansicht gezeichnet. Diese sitzende Figurumgibt ein Kreis mit fünf Tliiergestalten und einem liegenden Menschen in halberhobenerArbeit; darauf folgen mehrere Kreise von Blättern und Perlen von sehr sauberer Ausfüh-rung. Den folgenden Kreis, den grössten Theil des Innern dieser Schale einnehmend, fül-len dreizehn stehende und zwei sitzende männliche und weibliche Figuren aus. Es scheintApoll, Mars und Neptun an den Atlributen kenntlich; doch sind mehrere der ganz unbeklei-deten Gestalten mit anderen Attributen versehen, als sie in der griechischen und römischenMythologie gewöhnlich Vorkommen. Darauf folgen wieder sehr zierlich mit Laubwerk undPerlen verzierte Ränder. Beilage V. 1. 1.
Ein 5" im Durchmesser haltender, beinahe 6'" dicker Goldreif in Schlangenform undelastisch, für einen Armring beinahe zu umfangreich. Darauf befindet sich folgende griechi-sche Inschrift:
xjipe Kai mm.
(Freue dich und trinke.) Beilage VI. 3.
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