Band 
[Erster und zweiter Theil.]
Seite
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7g Mißgeschick der psychischen Philosophie d. griech. Schulen.

räume annehmen sollten, so wie z. B. der Schatten der Körperan seiner Grenze auch die Gestalt dieser Körper annimmt. —Wir erklären jetzt diese Erscheinung bekanntlich als eine noth-wendige Folge der kreisförmigen Gestalt der Sonne, indem wirvoraussetzen, daß jeder Punkt der Sonne sein Licht in gerad-linigen Strahlen aussendet. Aber statt dieser, der Sacheselbst völlig angemessenen Idee von geradlinigen Strahlen,geht Aristoteles von der (ganz unangemessenen) Voraussetzungaus, daß das Sonnenlicht eine Circular-Natur habe, welche siedaher auch überall zu äußern strebe. Diese vage und ganz un-bestimmte Conception von einer circnlaren Eigenschaft desSonnenlichts (statt der eigentlichen und reell angebbaren Con-ception von geradlinigen Strahlen) war die Ursache, die denStagiriten hinderte, von dieser einfachen und alltäglichen Er-scheinung die wahre Erklärung zu geben.

Wie kam es ferner, um noch ein treffendes Beispiel zu geben,wie kam es, daß Aristoteles, dem doch die Eigenschaft des He-bels und noch so manche andere Wahrheit der Mechanik wohlbekannt seyn mußte, doch unfähig war, daraus auch nur denAnfang einer eigentlichen Wissenschaft zu construiren, wie dochnach ihmArchimedes in der That gethan hat?

Die Ursache war, daß er, statt Ruhe und Bewegungdirect und bestimmt und mit Beziehung auf ihre Ursache (d. h.auf Kraft) zu betrachten, daß er unter ganz anderen Ansichtenund Ideen hernmschweifte, die er zu keinem stetigen Zusammen-hange mit den Thatsachen bringen konnte, nämlich unter denEigenschaften des Kreises, der GeschwindigkeitSverhältnisse, undunter den unbestimmten Notionen von »seltsam und gewöhnlich",von »natürlich und unnatürlich", und was dergleichen mehr ist.So setzt er, im Eingänge zu seinen „mechanischen Problemen"einige Schwierigkeiten, die er in seinem Werke zu bekämpfenhaben würde, auseinander, und sagt dann: „In allen diesen„Fällen enthält der Kreis das eigentliche Princip von jenen Ur-sachen. Darauf muß man daher auch vorzüglich sehen, denn„es kann nicht absurd'seyn, aus etwas schon an sich Wunder-baren etwas anderes noch Wunderbareres abzuleiten. Nun ist