Band 
[Erster und zweiter Theil.]
Seite
78
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78 Mißgeschick der psychischen Philosophie d. griech. Schulen.

Diese unbestimmte und ganz unangemessene Notion von na-türlicher und unnatürlicher Bewegung konnte unmöglich zu irgendeiner wahrhaft wissenschaftlichen Erkenntniß führe», und einerGedankenfolge, die solche Speculationen ausbrütete, mußte dieAuffassung eines wahren mechanische» Princips ganz unausführ-bar seyn. In diesem Falle also bestand der Fehler unseres Philo-sophen in der Vernachlässigung einer den Thatsachen angemes-senen Idee, nämlich der Idee von irgend einer mechanischenUrsache, die wir jetzt Kraft nennen. Einer solchen Idee, die ihmfehlte, subftituirte er ganz andere vage und unangemessene, jaselbst unanmeßbare Nvtivnen von den Verhältnissen des Raumesund von den wunderbare» Eigenschaften des Kreises.

Alle übrigen Beispiele, die wir noch anführen konnten, sindvon derselben Art. Wir wollen uns daher mit der Anführungvon jenen beiden begnügen, und wir hoffen, daß nun unsereLeser darin mit uns vollkommen übereinstimmen werden, daßman aus den beobachteten Thatsachen nur dann allgemeine Wahr-heiten ableiten kann, wenn wir auf diese Thatsachen diejenigenihnen angemessenen Ideen anwenden, durch welche feste, be-stimmte und dauernde Relationen zwischen diesen beiden Dingenerhalten werden können.

Allein an solchen Ideen waren die Alten sehr arm, und derverkrüppelte und unförmliche Wuchs ihrer Naturwissenschaft wardie unmittelbare Folge dieser Armuth. Sie besaßen allerdingssehr deutliche Ideen von Raum und Zeit, von Zahl und Bewe-gung, und so weit diese reichten, war auch ihre Erkenntniß er-träglich gut zu nennen. Auch hatten sie einen Schimmer vonden Ideen eines Mediums, durch welches wir mehrere Eigen-schaften der Körper, z. B. die Farbe oder den Ton erkennen.Aber die Idee der Substanz blieb trocken in ihrem Geiste. In-dem sie über die Elemente und die Qualitäten deö Universumsspecnlirten, verloren sie sich auf Irrwege, weil sie voraussetzten,daß die Eigenichaften des Zusammengesetzten mit denen seinerElemente identiich seyn müssen, und so viel und lange sie auchmit den Ideen des Uebereinstimmenden und Entgegengesetzten tän-delten, so gelangten sie doch nie zu einem Begriffe, dem unserermodernen „Polarität" ähnlich» durch welche die neueren Phy-