Band 
[Erster und zweiter Theil.]
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204
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204 Unbestimmtheit der Begriffe des Mittelalters.

nun stehen, vorherrschend, und sie ist es auch, die den eigent-lichen Character dieses ganzen Zeitraums bildet. Wir wolleneinige specielle Züge derselben näher betrachten.

1. Sammlung von Meinungen.

Daß in dieser Periode bloße Sammlungen von Meinungenund Ansichten der Physiker und Astronomen eine so vorzüglicheStelle in der Literatur einnehmen konnten, schon dieß allein i^ein Beweis, daß sich der menschliche Geist zu unbestimmten un!>schwankenden Begriffen hinneigte. Dieß gilt selbst von solche»Werken der frühern Zeit, wie z. B. Plutarchö (5D I. nachCh. G.) fünf Bücher »über die Meinungen der Philosophen/oder Diogenes Lavrtiuö (25tt nach Ch. G.) „Leben der Philoft'phen," in welchem er ebenfalls die Meinungen derselben übelphysische Gegenstände gesammelt hat. Nahe zugleich mit Plutarchöerwähnter Schrift erschien noch ein anderes Werk dieser Arbdie „Naturgeschichte" des ältern Pliniuö, das man übrigens inbRecht die „Encyclopädie des Alterthums" genannt hat. SelbstAristoteles pflegte schon jeder seiner Untersuchungen dienungen aller seiner Vorgänger vorauszuschicken. Aber di^„Zusammenstellungen" allein schon als einen Haupttheil dccWissenschaft anzusehen, zeugt von einer sehr seichten und fehlethaften Ansicht der Wissenschaft selbst. Denn nicht um Autorshandelt es sich hier, und noch weniger um die Meinungen viel^sondern die einzige Probe, welche die Wissenschaft und jede ihc^einzelnen Doctrinen zu bestehen hat, beruht bloß auf der getreu^Anwendung und Uebereinstimmung ihrer allgemeinen Sätze a»>jeden einzelnen, besonderen Fall. Das Ansehen vorhergegangen^großer Männer, das in der Moral, in der Politik undandern praktischen Gegenständen von großem Gewichtekann oder vielleicht selbst seyn soll, unterscheidet hier nicb^mehr. Das Verweilen und Festhalten bloßer fremder Meinung^erzeugt in dem Schriftsteller, so wie in dem Leser, nur ei>^dunkle und unangemessene Auffassung deö vollen Inhaltesauf diele Wetze vorgetragenen Lehren, selbst wenn unter bc»letzten solche gefunden werden, die durch jene klare Präcision i»die Wissenschaft von wahrem Nutzen seyn könnten. Die blol-Verschiedenheit der Meinungen anderer führt noch keine Wahr^'