Dogmatismus deS Mittelalters.
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Diese Ansicht wurde durch die damals allgemein verbreiteteMeinung über das Wesen aller philosophischen Wahrheit überhauptbestätigt, eine Ansicht, die schon Plato und Aristoteles aufgestellthatten, und zu deren Annahme der Mensch seiner Natur nach immerhehr geneigt zu seyn scheint, die Annahme nämlich, das; alleWissenschaft blos; in dem Verstände liege, nnd^dasi man, durchbhvsie Analyse oder Combination der Worte, welche uns dieSprache darbietet, alles das erlernen könne, was man zu wissen"athig hat. Daher galt ihnen auch die Logik so viel, daS sie die-stlbe weit über alle anderen Wissenschaften stellten, wie Abalard*)
Augen sprühte das Feuer der Begeisterung, die in seiuer Seelewohnte. Von diesem Tage zählt man daS Aufblühe» und den wun-derbar schnellen Fortgang dieses neuen Mönchsordens. — Sein Cha-rakter war eine sonderbare Mischung von Stolz und Demuth. Dengemeinsten Handarbeiten unterzog er steh willig, und jede Beschwerdedes Lebens trug er mit Ruhe und Ergebung; aber wenn es denGlanz oder den Nutzen der Kirche galt, war er hochmüthig,unbeugsam und unversöhnlich. Mit demselben Feuereifer zog erauch gegen Kaiser und Pabst, wenn sie sein Mißfallen erregten.In seinem berüchtigten Streit mit Abelard begnügte er sich nicht,den vermeinten Ketzer bloß zu widerlegen, er verfolgte ihn auchund bedeckte ihn mit den gemeinsten Schimpfwvrten. Er hattedie scholastische Philosophie, wie sie in seinem Jahrhundert ihregrößte Höhe, ihre eigentliche Reife erlangt hatte, zu wohl kennengelernt, um nicht zu sehen, welche Gefahr sie der Kirche bereite.Dhne große Gelehrsamkeit, ohne eindringende» Verstand riß erdoch alle, die ihn umgaben, durch seine Beredsamkeit hin. Wah-rend seinem Leben hatte er selbst 72 Klöster in Europa errichtet,von denen die meisten mit Mönchen so angefüllt waren, daß sie'ch in mehrere andere zertheilen mußten, so daß bald »ach seinem°de die ursprünglich von ihm gestifteten Klöster die Zahl von'«» erreichten. H
bälard, Peter, geboren lors in der Nähe von Nantes, gestorben''42 bei ChalonS an der Saone. Er hatte in PariS studirt, wo^ den berühmten Wilhelm de Champeaux hörte, dessen Haß er>,i ^ burch seine Ueberlegenbeit über den Meister, zuzog. Seitdemael " bch an mehreren Orten flüchtig auf, verfolgt von seinenr>rten Gegnern. Später kam er als Lehrer der PhilosophieBe ' zurück, wo er deu berühmten Peter Lombardus,
^ Arnold von Brescia u. a. zu seinen Schülern hatte.
P«S Jahr ,,,5 lernte er Heloise, die wegen ihrer Schönheit