Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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nmi wurden alle 7. jähr , oder auch noch öfters, allein vonLeu Platäenfern; die grösser« aber alle üo. jähr, und zwarvon allen städten in Böotien begangen, die deswegen insge-samt zusammen kamen. So oft aber dieses fest gefeyert wer-den sollte, trug man in den nahe bey Platäa gelegenen waldunterschiedene stücke von gekochtem fleische, und gab dabey wohlachtnng, daß sie nicht von vögeln aufgefressen wurden. Nahmaber doch ein rabe ohngefehr ein stück davon hinweg, so wardder bäum, worauf er sich gesetzet, abgehauen , und aus des-sen holtz ein vixclslon verfertiget. Bey den grösser« vTäalibwurden diese bilder durchs loos an die unterschiedenen städteausgetheilet, und sodann auf so viel wagen, wobey allezeit ei,ne sogenannte xronub» zugegen war, in proceßion bis auf denberg Cithäron zu einem besonders dazu aufgerichteten altar ge-sühret, da sie alle aufgestellet, und von einer jeden der vor«uehmern städte dem Jupiter ein ochse, und der Junoni einekuhe, von den geringern orten aber schaafe geopfert werden mu,sten. in Losotioib. KrTLiX keristie lib. II.

Dädalion, ein söhn des Luciferi oder Phosphori und bru,der des Ceyx, hatte eine tochter, nahmens Chione, welchenach den alten fabeln zwey söhne zugleich von zwey unterschie-denen göttern soll auf die Welt gebracht haben, den Autolycumvon Mercurio, und von Apolline den Philammon. Als sieaber hernach ihrer schönheit Halden sich wider die Diana auf-gelassen , wollen die Poeten , diese göttin habe sie mit einempfeile durch die zunge geschossen, daß sie bald darauf gestorben;welcher tod dann ihren vatter den Dädalion dergestalt ge«schmertzet, daß er sich von der höhe des berges Parnaßl herabin das meer gestürtzet; jedoch hätte ihn Apollo aus mitleidennoch so fern gerettet, daß er ihn in einen Habicht oder fal,cken verwandelt. Ovrck. metsm. lib. XI. v. ry;. Lc. *

Dädalus , war ein Atheniensischer künstler, welcher unter-schiedene handwercks-instrumente erfand, z.e. die sage, den Ho-bel , die bleywag, den bohrer und den leim , auch sich selbstbewegende statuen, deren äugen sich herum kehrten, verfertigte.Dasjenige, was ihn sonderlich in ruf brachte, war, daß erseines bruders söhn im zorn zum fenster hinaus schmiß, weiler befürchte, er möchte ihn an kunst übertreffen, inmassen erdie töpfer-scheibe erfunden hatte. Hierauf flöhe er samt seinemsöhne Jcaro zu Minos dem Könige in Crela, allwo er den be-rühmten labyrinth oder irrgarten bauete , in welchem abernachgehends er und sein söhn eingeschlossen wurden , weil Jca-rus der Königin Pasiphae zu ihrer unnatürlichen liebe schie-net , und eine höltzerne kuh, worinnen sie mit eurem ochsenzu schaffen gehabt, verfertigt hatte; allein, indem er sich stell-te , als wollte er ein absonderlich werck vornehmen, um desKönigs gnade dadurch wiederum zu erwerben, schaffte er Mate-rialien an , ihm und seinem söhne flügel daraus zu ma-chen , mit welchen er zwar entflöhe, und davon kam, seinsöhn aber, weil er seine anweisung nicht in acht genommenhatte, ins meer fiel und ersoff. Einige halten dafür, daß die-ses der gebrauch der segel gewesen sey, welchen er erfundenhabe. Darauf flöhe er zu Cocalo, dem Könige in Sichren ,welcher aber, damit er nicht von Minoe seinetwegen mit kriegangegriffen werden möchte, ihn in einer badstube ersticken ließ.Er soll um das jähr der weit 2575. gelebt haben. Zu Mem-phis in Egvpten verfertigte er viel künstliche und berühmtewercke, weswegen ihm die einwohner daselbst altare aufrich-teten , und göttliche ehre erwiesen. lib. IV,

lib. VII. Ov,^. lib. VIII. mewm. kV,üb. VII,L. ?6. lib. XXXVI. c. I). /HZ,'». ^>s//ock. N/rLre»,

vies des ärckit.

* Dälhemms, (Melchior, oder, wie andere, aber,un-recht wollen, Petrus) ein Niederländischer Augustiner-Mönchvon Hassest, und nachmaliger Prior zu Ipern, lehrte zu an-sang des XVII. LLuli viele jähre lang zu Brüssel und Loven.Er stund mit Erycio Puteano in grosser bekanntschafft, warein guter Poet und schrieb ksneg^rin äciplicem ; Lumina ; Lo-mooäias; Irsgwdiss; ingleichen Lpiceäium in obitum lVla-riL veclckerse, Lösen 1624. in 4. und ^c. Lrminii cum 8s-tnvis super prsesenci rerum in Hollsnäi» statu mutuisgue clis-sistüs bomieicküs expnstulntionem postkumam, Leiden 1621»F-xperr,', ticken, kelg. ^»^„ckbibl. Lelg.

OLNOXss8, sind nach den Heydnischen fabeln eine mit-tel-gattung zwischen göttern und menschen, welche von denRömern 6enii sind genennet worden. Den Ursprung des Grie-chischen Worts führen einige her von ich

erschrecke einen andern , oder von , verständigoder erfahren , weil nemlich die Heyden in den gedanckenstunden, daß diese Ocemones ihnen zukünftige dinge vorher sa-gen könnten. Socrates hat davor gehalten, daß dieienige men-schen , welche sich in diesem leben löblich aufgeführt hätten,in Verändern welt, zu belohnung ihrer tugend, unter die vL-mons8 versetzt würden. Den gott Bacchum haben die Heydenv-emonem bonum zu nennen, auch ihm zu ehren unter diesemnahmen zu ausgang der Mahlzeit den letzten becher zu tün-chen pflegen. Den Priapum haben sie ebenfalls mit dem titulDkemoms bcmi beehrt. Siehe 6MII. äs orsL. des.

ZVak», in Lrat^lo. L-odo,. lib. III- psntkeon m^ckic. x.

49. 167. 222.

* Daen Maalle, ein Indianischer Printz und bruder Craen

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Soinbanco, des Königs zu Macazar, und ein vatter der zweyjungen Printzen, Ludwig Daen Rourou, und Ludwig DauphinDaen Toulolo, welche König Ludovicus XIV. durch die Je-suiten in dem LolleZia von Clermont zu Paris auferstehen liesse.Er sollte nach dem tode Somdanco auf dem thron folgen, danndorten, wie bey den meisten Indianern, werden die Ander desletzt-verstorbenen von dessen brüdern ausgeschlossen. Ader dieHolländer, welche ihn seiner klugheit und tapferkeit wegen nichtgerne hatten, fanden Mittel, ihn bey seinen brüdern'verdäch-tig, zu machen, und auf diese weise von dem Hofe zu schaf-fen : welche abwesenheit Craen Biset, dem einzigen söhne Svm-banco, anlas gäbe, an die crvne zu gedencken, und die mittetsie endlich gar zu erwerben verschaffte. Da er den Hof verlas-sen muste, flüchtete er sich in die insul Java, wo er sich miteiner tochter eines der vornehmsten Herren des landes vermäh-lest. Da er sich bey drey jähren dort aufgehalten , bedrohe-ten die Holländer Daen Maalles neuen schwieger-vatter, ihn zubekriegen, wo er,diesen nicht abschaffen würde. Der Printz,um seinem gutthater keine böse tage zu verschaffen, nahm hie-mit seinen abschied, und entflöhe nach Siam, wo er an. 1664.wohl empfangen wurde. Der König trug ihm so fort daSamt eines vojn-kscäi, das ist, eines Groß-Schatzmeisters derCrone auf. Unter die Herren von seinem gefolge theilte er landaus, und befahl den Unterthanen dieser ländereyen, daß siedem Daen Maalle die nemlichen schoß und zinse davon bezah-len , und übrigens ihm eben die ehre anthun sollten, als wäreer würcklicher König auf der insul Macassar. Daen Maalleerwiederte diese grosse gutthaten mit grosser treu und diensten,welche er etliche jähre lang, so viel ihm möglich war, leistete.Doch brachte ihn endlich der eifer für seine Mahometanische re-ligion davon ab. Die Mohren rebeüirten in dem lande widerihren Ober-Herrn den König zu Siam, obgemeldten gutthä»ter des Daen Maalles, und dieser vermeynte schuldig zu seyn,seine glaubens-genossen zu unterstützen. Diese conspiration wur-de offenbar, und die Häupter derselben entdecket. Der König,welcher von natur ein gnädiger Herr war, verziehe ihnen;aber Daen Maalle wollte keine gnade annehmen, und behaup-tete, er habe nicht gefehlet, sondern seinem gewissen ein g«.nügen geleistet. Deswegen kam es wieder zur öffentlichen feind-schafft zwischen ihm und dem König. Daen flüchtete sich mitetwas volcks in einen vesten ort, worinnen die Königlichen kriegs-leuthe ihn zu belagern anfiengen, und er endlich in dem streitnebst allen seinen leuthen erleget wurde. Die zwey obgemeld-ten Printzen aber entkamen mit ausserordentlichem glücke derge-fahr, und wurden in der Franzosen schütz aufgenommen, nachParis gebracht, getaufet, rc. worbey sie die ehre hatten, von demKönig Ludovico XIV. seldsten, und von dem Dauphin, aus dertaufe gehoben zu werden. De/cnpr. «l«

Dänemarck, lat. vsnis, ist ein Europäisch Königreich/welches das grosse Welt-meer westwärts, die Ost-see off-undnordwärts, und Teutschland südwärts hat. Man hält es fürdas land der alten Cimbrier. Vor zeiten waren die Dänen sehrmächtig, gestalt sie Engelland unter sich gebracht hatten, undauch öfters in Schottland einfielen. Dieses Königreich be-greift anjetzo von süden gegen norden 80. oder 90. meilen, undvon osten gegen Westen, das ist , von Coppenhagen an bis andie westliche feite der vioeces Riepen 45. oder ;c>. meilen insich. Vor zeiten wurde es eingetheilet in Jütland, die insulnund Schonen; allein die letztere landschafft wurde an. 1660.vermöge der Coppenhagischen tractaten, den Schweden abgetre-ten , so, das Dänemarck vor jetzo die halb-insul Jütland unddie infuln, welche ostwärts gelegen sind, in sich begreift. Jüt-land , so vor zeiten Lkerlvnelus liimbrics genennet wurde, istunterschieden in Nord - und Süd-Jütland, davon dieses Schleß-rvig genennet wird. Die vornehmsten insuln sind Seeland, Fu-nen, Langeland, Laland, Mone, Falster, Bornholm, Femeren,Anhout, Lesso, Arroe, rc. Die meer-enge, welche der Sund ge-nennet wird, lieget zwischen der insul Seeland und der provintzSchonen. Ausser dieser sind noch einige andere meer-engen, alsder Belt, der kleine Belt rc. Coppenhagen in Seeland iff dieHaupt-stadt im Königreich Dänemarck. Die andern grösten städtefind Helsignör, Rothschild, rc. ZU Coppenhagen ist nebst einer Uni-versität ein Ertz-Bischoff; zuSchleßwig, Arhufen, Aldurg,Ripen und Wyburg find Bischoffe. Die Danen sind in den ei-genschafften von den Schweden wenig unterschieden, doch hak-tet man insgemein die Schweden für etwas listiger, und die Da-uen für debauschirter. Die Dänische sprach ist von der Schwedi-schen unterschieden, wiewol sie beyde nach ihrem UrsprungTeuscher mund-art sind. Der Hof-Adel aber und diesürnehm,sten bürger gebrauchen sichrer Hoch-Teutschen spräche. Die re,ligion ist durchgehends Lutherisch, welche Friedrich I. allda ein-geführet hat; doch haben die Französische fluchtlinge zu Coppen-haqen eine Arche. Unter den König von Dänemarck gehöret auchNorwegen,Grönland,die insuln Jßland,Hitland oder Schetlandund Ferroe, die Grasschafft Oldenburg und Delmenhorst, viel ör-ter in Pommern, Holstein, Wagrien, Stormarn und Diethmar-sen. In Ost-Indien auf der küste von Coromandel, die ve-ffungen Tranguebar und Dansburg, Neu-Dänemarck in Ame-rica und einige örter auf der küste von Guinea in Africa. Dieluft in Dänemarck ist sehr kalt, und obschon das land von dersee umgeben, so ist es doch nicht morastig, sondern sehr frucht-bar, sowol an getreyde als vieh-weyde. Es giebt auch darinnenviel wildpret und elend-thiere, Pferde und ochsen, welche von den

auslän.