Band 
Dritter Theil. D - Ha.
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welche man ;. tage hatte hungern lassen, genothiget, ihr un-glückliches ober - Haupt wie die Hunde anzufallen, und ihmdas fleisch von dem leibe herunter zu reisten. Der rest wardgeviertheilt, gekocht , und den mitschuldigen zu essen gege-ben. Bey dieser entsetzlichen marter ließ er nicht die geringstewehmuth an sich spüren, ohne daß er vor seinen obgedachtenbruder intercedirte, als welchen er gleichsam bey den haaren zuseinem Unwesen gezogen hätte. Die übrigen gefangenen, de-ren nicht wenig waren, musten theils verhungern, theilsaber wurden gespiesstt oder lebendig geschunden.

IM. IIunZ. üb. IV. cbron. p. 699.

Dost / (Maria Victoria Delphina) eine tochter GrafensAlphonsi Delphini Dost, hat wohl verdienet, in die zahl des ge-lehrten frauenzimmers gesetzt zn werden. Dann nachdem siesich die UnnEiors und besonders die Philosophie bekannt ge-macht , hat sie sich auf die Iurisprudentz gelegt, und bey HerrnvoNor und krokessor Vencentio Peregrino Sacco, in knrtzerzeit in solcher wissenschafft also fast zugenommen , daß siedenjul. an. 1722. in dem 16. jähr ihres alters, zu Bono-men öffentlich pro 6raäu, mit grossem rühm und geschicklich-keit, dtsputiret hat. Ihre ekele« hat sie der Königin in Spa-nien dediciret, in deren nahmen der Cammer-Juncker, GrafZambeccari, nebst einer überaus grossen anzahl volcks, derDisputation beygewohnet hat. Es haben ihro fünf der für-nehmsten Professoren opponiret. Daß sich solches wohl gezie-me , und an einem frauenzimmer nichts neues sey , hatvoötor Carolus Antonius Macchiavcllus in einer weitläuftigendissertation von 90. bögen erwiesen, deren titul ist: LicilisOorssäins , leu äs muüsrum Doölorstu üpoIoZetics üeZsü«-Hiliorics Oillertstio (Lc. *

, eine von den 4. orden von der Samarita-nischen secte unter den Jüden , welche nichts äffen was lebenhatte, und den sabbath so abergläubisch und genau scherten,daß sie an einem orte und in einem zustande , worinnen siedieser heilige tag überfiel, ohne bewegung bis auf den nächst-folgenden tag blieben. Darneben heuratheten sie nur einmal,und etliche von ihnen gar nicht. Sie sollen gelegenheit darzugegeben haben, daß die jünger des HErrn den nahmen Chri-sten angenommen. Dositheus, ihr stifter, schlug sich, nach-dem er von den Jüden, durch Verweigerung der verlangtenehre, beleidiget worden, zu den Samaritern, welche für ke-tzer gehalten wurden, erfand aber eine neue secte, und, damiter derselben ein grösser ansehen machen möchte, soll er ineitler höle sich zu tode gehungert haben. Man giebt ihm schuld,daß er sich für denMeßias ausgegeben, die heilige Schrift ver-fälscht , und andere abendtheurliche bücher dafür eingeschoben,die auserstehung geläugnet, und andre irrthümmer auszu-breiten gesucht habe. Der nähme volirbesni wurde auch ei-nigen Nachfolgern Simonis lVIsßi gegeben. 5. Lptz-lE. in ps-nsr. üb. I. L, 1;. OnZe«. xsrisrcb. üb. IV. c. 2. L sübl. 72>eo-bser. lsb. in 8im. , lib. I. äisloZ. oont.

Urisnos. Lrsseö. üb. IV. bist. eccl. c. 22. , in triÜL-

reüo L ininervsü. , äs lsÄis ssuä. , in elensb.

trikTreln 8errsrisni. , in lcbolüs sä ^ertull. Lein not. sä vsris fscrs p. 1099. in exere. I. sä sp-

pLrst. gnti-Lsron. , in sppsr. sä ori§. secleL

psr. 7. stilln, cboroxr. ssoüsn. , äs üsere-

lisrcb.

Dositheus, zugenannt 8tuckite8 , ein Mönch, bemühetesich den Orientalischen Kayser, Jsaacium Angelnm, zu bere-den , daß der Kayser Fridericus I. aus keiner andern Ursachedie creutzfahrt über sich genommen, als nur Constantinopel zuüberrumpeln, und dieses war ursach, daß er das Patriarchatzu Jerusalem erhielt. Weil ihn aber sein Hochmuth trieb,das Patriarchat zu Constantinopel zu haben, wurde er vonder Clerisey verjagt, und verlohr sowol dieses als jenes umdas jähr H9;. blrsel. müsse. Mgel. , sä g. Lbr.

H89. 119;.

* Dositheus, ein stüronomus, lebte zu Colono bey Athen,

ungefehr Olxmp. LX 1 V. verbesserte Eudoxi nÄLtiäsm , undobservirte den lauf der Planeten, welchen Oem. IlsZ. c. olt.und Ptolemäus in a^ai'wi', aus ihm angemercket ha-ben. Es rühmet ihn auch Plinius bist. usr. XVIII. ;i. undCensorinus XViii. chs scheinet, daß Archimedes ihm das buchäs üineis fpirsüku« zugeschrieben habe. , bibl. 6r.

III. 1. §. n. p. 88. III. 14. §. 18. x. ;86. IV. 14. §. 7. 9.419.

* Dositheus, hat eine Lrsmmsticsm in drey büchern ver-

fertiget , welche Goldastus in der bibliotheck der Abtey St.Gallen in manuscript gelesen. Es hat sie auch schon vorherCujacius daselbst gesehen , als er die am ende beygefügten8eutsutis« ftcirisni verbessert heraus geben wollen. LÄ/att'»-,oblsrv. XXI. ;. feg. , not. sä stärisni Imp. -r^och-r-

Doch ist es ungewiß, ob es der Dositheus sey , an wel-chen Julianus den brief geschrieben. So viel ist gewiß,daß er vor dem Kayser Justiniano gelebt hat.

, äekenk. vsr. lecst. x. 90. , bibl. 6r. V. 7. §.

i;. p. 59. VI. 6. p. ;I4. feg. Gedachte 8entemi38 stärisniaus Dosithei angeführtem dritten buche hat zuerst Goldastusmit anmerckungen, Genf an. 1601. in 4. und nach ihm Ni-kolaus Catharinus ausgegeben , und findet sich nun auch inSchultingti ^urisxr. Lmsjuüm. x. 845. tegg. Eben diesem

Dositheo hat man noch ein altes kmZm. welches einige Ulpia-no, andre aber Cajo zuschreiben, zu dancken, welches ClaudiusPuteanus zuerst entdecket, und Cujacio nach dessen eigenen ge-ständnis obferv. XVII. 20. communicirt, daraus es Petrus Pi-ch öus der Lollstioni üegum IVIolsicsrum, Paris 1572. in 4'mit beydrlicken lassen, und ebenfalls Schulting seiner 5urisxr.Lntejuü. x. 802. mit einverleibt.

* Dositheus, ein Griechischer Patriarch zu Jerusalem imXVII. f-LLulo, folgte Nectario an. 1665. und saß m dieserwürde bis an. 1706. da er im 108. jähre feines alters verstor-ben. Er ist sonderlich wegen des Lonciüi berühmt, so er an,1672. zu Jerusalem wider den bekannten Cyrillum I-ucsrem;und dessen lehren gehalten , wovon die s<sts Griechisch undFranzösisch in den lVlonumen8 sutbentigues äs Is reüßioNäs8 6rec8 <Ls. im Haag an. 1708. stehen, , bibl.

6r. V. 4;. p. ;oo. Im übrigen ist er der Römischen kirchefreund nicht gewesen, wie einige Reformirte von ihm vorge-ben wollen , inmassen er zu Jaßi in der Moldau verschiedeneswider dieselbige drucken lassen, als an. 1682. in klein sol. ei-nen tractat wider des Papsts gemalt in der kirche, unter demnahmen seines vorfahrn Nectarii, den er aber selbst soll ver-fertiget haben; an. 168;. ein groß werck Simeonis Ibeftslo-nicenü8 wider die Lateiner; an. 1694. eine sammlung vonGriechischen scribenten wider den Papst in;, folianten, wovonder erste den titul , der andre

Und der dritte führte, , 1. c. V. 4l-

§. 1;. p. 420. Zur zeit seines todes liesse er an bemeldtem or-te an einem zur Griechischen kirchen-historie gehörigen werckearbeiten.

* Dositheus, ein söhn Vacenors, und ein mann von einerunvergleichlichen stärcke, und einer treflichen leibes-constitution.Er thäte der Jüdischen Republick zur zeit der Maccabäer, undsonderlich Judä Maccabäi grosse dienste. Er und Sosipatekschlugen auf einen tag bey 10000. mann aus der armee Ti-mothei. Einsten wurde er sechsten von den feinden gefangen ge-nommen , aber gleich wieder los gelassen, dieweil er ihnenvorgestellet, die Jüden hätten ihrer seits auch viele vorneh-me gefangene, welche ihre zeit übel paßiren wurden, wannsie ihm kein quartier geben wollten. Auf eine andre zeit hinge-gen nahm er Gorgiam, dessen gantze armee er geschlagen hat-te , gefangen. Indem er aber diest vornehme beute mit sichführete, fiel einsmals ein feindlicher reuter auf ihn, um sei-nen Generaln zu befreyen, und brachte Dositheo einen solchenstreich bey, daß er ihm eine schütter entzwey hiebe, an welcheswunde Dositheus etliche tage darauf starbe, und hinterliessean seinem leibe noch sehr viele andre wundmahle, welche erzum dienst seines vatterlands empfangen hatte. Diß geschaheä. Ift. ;84I. und 16;. vor Christi geburt. 2. XII. ly-

Dosma Delckado, (Rodericus) war zu Badajoz in SpAnien an. i?;;. gebohren, und daselbst LsnomLus. Er sonaus eben der familie gewesen seyn, aus welcher Petrus DoAma war, der sich bey eroberung Peru befunden, und daselbstden bezoar-stcin entdecket. Er war in sprachen, und sonderlichin den Orientalischen wohl erfahren, und zeugen feine schriftten von seiner aelehrsamkeit, darunter die vornehmsten sind /so er in Lateinischer spräche über die Evangelia, Psalmen , da»Hohelied Salomonis, rc. geschrieben. Er starb an. i6o7»bibl. Hilpsn.

* Dosse, ein fluß in der Marck Brandenburg, läuft beysterhausen und Neustadt, welches dahero an der Gosse genen-net wird, vorbey, und ergeußt sich in die Havel, da er nebnderselben endlich in die Elbe fliestet.

Dosten, eine der ältesten und ansehnlichsten adelichen fan^lien in Pommern, allwo sie in dem Stetinischen ihre güter W'Hennig von Dosse, Vice-Vominu8, hat an. 14; 7. zwey Ecarien zu Cammin gestiftet. An. i;oc>. hat sich dieses geschlEzu Petznick ansäßig gemacht. Busso, Zabel, NoloffClaus , gebrüdere, die Dosten, haben der Stifts - kirche ESt. Otton in Stettin etliche gerechtigkeiten im dorfe BrieBverkauft, , Pommerl. üb. VI. .

* Dossermo , (Cosinus) ein kmricM aus Pavia, b „zwar in feinen ersten jähren eine grosse begierde zum geistlich^stände von sich spüren, begab sich aber, als er kaum die stud>^zu treiben angefangen, in den krieg, und diente den VenetiarieAund Spaniern, befand sich auch mit in dem see-treffen, b»"um diegegendder insuln Curzolari mit den Türckenvorfiel'allein er fühlte nach der zeit einen geheimen trieb in sich bc''soldaten-stand zn verlassen, und begab sich also, ob ihm EDon Juan ä'Austria ansehnliche beförderung versprach, ^der nach Hause, wo er nach fünf jähren auf zureden despolici über das Barnabiter-LoüsZium sich in solches einschs^den ließ, und mit der zeit zu dessen iÜLpoüco Zensrsü erwcvlet ward. Hierauf erhielt er noch andre wichtige bedienuEin Rom, und muste endlich von Paulo V. an. 1612. das DA.thum Tortona annehmen. Er hat solches bis an. i sro. bMsen , und ist darauf den 12. mertz an dem schlag gestorbUEs wird ihm nachgerühmet, daß er die lasier hart bestrafet, »Udie kirchen-freyheit wider alle eingriffe beschützet, sonsten ^gegen die armen sehr freygebig gewesen, in dem essen und 7"cken hingegen sich einer grossen Mäßigkeit beflissen,memor. L.L. Lsmabir. wm.II. ic-ä. Is«. wm.IV- p-