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Hermann / (Paul) ein berühmter Lor-micus, war zu Hallem Sachsen an. 1646. den ;o. jun. gebohren. Nachdem erHolland durchreiset, gieng er von dar in Ost-Indien, undtrieb daselbst in der insul Ceylon einige jähre die Medicin,wurde darauf nach Leiden zum krokellor öorsruces beruffen,wo er ein Verzeichnis aller in dem Universitats-garten d>Häbstbefindlichen kräutrr verfertigt, auch eine andere schuft unterdem titul: Llor» ^iZäuno-Laravs- Ücrs8, heraus gegeben. Erstarb an. 1695. im jan. nachdem er ungeachtet seiner grossengclehrsamkeit immerfort unglücklich gewesen. an.
1696. p. 90.
Hermann, (Catharina) war aus Nord-Holland gebürtig,und von grosser courage. In der belagerung der stadt Osten-de zu ansang des XVII. iLculi bekamen die Spanier eine gros-se anzahl Holländischer boots - leuthe gefangen, welche fie anketten legen wollten, weil auch die Holländer zuvor einige vonihrer nation übel tractirt hatten. Diese Catharina , so einesvon den gefangenen frau war, suchte ihren mann aus der ge-fangenschafft zu erledigen, verkleidete sich in eine manns-per-son, und begab sich in das lager vor Ostende. Ob fie nun gleichauf solche art viel schwierigkeiten überwunden, so war ihr dochihre besondere schönheit am meisten hinderlich ; denn weil unterder gantzen armer des Ertz- Hertzogs Alberti keiner ihr gleich,zog fie aller Officirer und soldaten angen auf sich, welche al-le mit ihr zu sprechen suchten. Allein als man merckte, dayihr accenr mit dem andern nicht überein kam , hielt man sievor einen svion, welcher von Graf Moritzen von Nassau aus-geschickt wäre, wurde dannenhero bey dem köpf genommen,und an Händen und süssen geschlossen; allein sie kam nicht al-lein in ein gantz ander gefängnis , als worinnen ihr mann lag,sondern muste auch des andern tages erfahren, daß man sie-ben von den gefangenen würde hinrichten lassen, um den todsieben anderer, mit welchen die belagerten gleicher gestalt, wa-ren umgegangen, an ihnen zu rächen, ingleichen daß die übri-gen sollten an ketten und banden gelegt, und entweder auf diegaleeren geschmiedet, oder in Spanien geschickt werden. Alssie nun nicht wußte, worzu sie sich entschließen sollte, sahe sieeinen Jesuiten ins gefängnis die krancken zu besuchen kommen;diesen?beichtete sie, und vertraute sich ihm auch gantz und gar.Dieser kater konnte sich über des weibes resolution nicht satt-sam verwundern, versprach dannenhero ihr so viel als möglich,behülfiich zu seyn, erhielt auch von Carolo, Grafen von Bu-quoy, daß sie in das gefängnis, worinnen ihr mann saß,gebracht wurde. Als sie aber selbigen unter derjenigen zahlfand , welche den tod oder ketten und banden zu gewartenhatten , fiel sie in ohnmacht, daß man sie vor todt hielte.Jedoch , als man sie wieder zu recht gebracht hatte, und siewohl sahe, wie sie sich nicht weiter verbergen konnte, be-kannte sie, daß sie alles verkauft, was ihr lieb gewesen, sichdergestalt verstellet, und gesucht hätte, ihren mann zu ran-zioniren, und wenn sie ja nicht so glücklich seyn sollte, dieseszu erhalten, würde man ihr doch nicht verweigern, daß sie ih-ren mann begleitete, wo er hinkäme, ja sie wollte auch ihman dem rüder ziehen helffen, und die grausamste marter mitihm ausstehen. Der Graf Buquoy, als ihm dieses hinter-dracht wurde, verlangte beyde Personen zu sehen, und wurdedurch der stauen großmüthigkeit dergestalt eingenommen, daßer ihr und ihrem mann die freyheit schenckte. /n/ano» /ie
LÄ/ke, äss kemmes illustres.
* Hermann (von) siehe Hermersdorff.
* Hermann, (Jacobus) ein berühmter dlgthematlcu8,gebohren zu Basel, da sein vatter Germanus kector OMusliigewesen, den iS. julii an. 1678. legte den gründ seiner studienm seiner vatter-stadt, und nahm allda an. 1695. den tituleines Lacciilsurei , in dem folgenden jähre aber den graäumeines MMri an. Hierauf wiedmele er sich zwar der Theo-logie , trieb aber doch Hauptsächlich die mathematische wissen-schafften, und brachte es in diesen letzten so weit, daß er umdas jähr 1700. von der Berlinischen Societät der wissenschaff-ten zu einem Mitglied erwehlet, und an. 171;. auf des Herrnvon Leibnitz recommendation von dem Rath zu Venedig zumLrokellore Mchemaruiu in Padua bestellet wurde. Als er sol-ches amt sechs jähre rühmlich verwaltet, kam er zu einer glei-chen stelle nach Franckfurt an der Oder , und wurde vondar an. 1724. zu einem Mitglied der Academie der wissen-schafften nach Petersburg beruffen, zu deren rühm und anse-hen er gar bald sowol durch seine heilsame rathschläge, alsgelehrte'bemühungen ein grosses mit beygetragen. Endlichkehrte er an. 1711. mit deybehaltung einer jährlichen pensionzu den seinigen wieder zurück, und übernahm zu Basel diekrokelüonsm NorZIium und stiris Xawrse, konnte aber die-selbe nicht lauge bekleiden , inmassen er in dem julio an. 17;;.mit tvde abgieng, nachdem er kurtz zuvor auch von der Fran-zösischen Academie der wissenschafften zu einem, Mitglied erweh-let worden. Seine schriften sind: aä LernliaräiLonlicierstioiies seccnäa8 circa Lalculi äilkerentialis?rincipi'akelponlio ; LdreZs äs8 iVlaclicmLvques xour 1'viäge äc 8aM-rjells Imperiale äs wme8 le8 stullie8 ; und kkoronomia.Über dieses hat er auch in die Leipziger ücla Lruäitorum,desgleichen in das Oiorn-Üs äs' Lerrcrari ä'Italia, Journal lü-teraire, Mlcellanea Lerolinens-a , und insonderheit in die Lnm-iuentariv8 Lcaclsm. 8ciem. Iinxer. keiroxoUt. sehr viele ge-
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lehrte mathematische abhandlungen mit einrücken lassen* Hermann, ( Zach.) gebohren zu Breßlau den 14. (E
an. r;6;. war OoÄor TbeslogiN, und in seiner geburts-slavkakor bey der kirche zu St. Elisabeth, wie auch Inlpsäwr oeeÜbrigen Protestantischen kirchen , und Ellör im Lonlillorio-Er starb an. 16)7. den r;. oder ai. may , dä er vier undbenzig jähr gelebet, und fünfzig jähr im amte gestanden. M"''hat von ihm: Tlieatrum koiiricum ; Lomxenäium I.ocorunIbcolvgicorum; eine Postitte über die Evangelien; GE'und Seufzer vor krancke und in letzten zügen liegende; Prev>3ten von dem Triumph-wagen Christi; Leichen-und anderedigten. Von seinem ältesten und jüngsten söhne, DanielMichaeln, handeln besondere artickul. Sein mittlerer sohn ave«Zacharias genannt, ward H ll- voeior, nachhero FurstUw'Oelsnischer Rath und Cantzler, und nachdem er sich Catcher»gekauft, und die privUegia des Adels erlanget, ein urheveeiner erst vor wenig jähren abgestorbenen bekannten adelichenMilie.
Hermann, (Dan.) ein Lutherischer 1Keo1cZu8, „ren an. 1)90. den ;. novembr. war des vorhergehenden a>nfter söhn, stubirte zu Wittenberg, Tübingen und Leipzig, w»,'de an. 1616. Visconu8 der Elisabethanischen kirche zu Breß>»"'an. 16)4. Elisabethanischer Mittags-Prediger, auch kroMin dem dabey gelegenen 6?mr>ssto, ingleichen in eben dien"jähre Lllellor des Evangelischen LonMorü , und kro-kaüor 0Elisabethanischen kirche, wobey er seinen alten vatter im prEgen vertreten muste, starb endlich den 17. aug. an. 16)6.gab Orst. äs snico Lcclestaiuin ök 8cko1arum LvliwbeiM I0 rat. äs dlätivitats Lbristl; 8pongiam ablierkoriam wwBzovii Tragc>säialnVrati8lavlenseln; Oisputationea Lc. Hera" 'Von seinen söhnen wurde Zacharias an. 1661. Prälat desCr^Stifts und Probst des StiftS zu St. Maria zu MagvebuMder andere aber, nahmens Daniel, ss v. vokkor, und HEfürstlich-Holsteinischer Rath, wie auch kraklig bey dem HEfürstlichen Hof-Gericht und Lonststori», starb auf der reise nawGteiffenhagen an. 1662. in seinem zwey und vierzigsten jav^'kaitore8 der kirche zu St. Elisabeth zu Breßlau.^
* Hermann, (Mich.) war des abgedachten Zachariämanns jüngster söhn, und zu Breßlau den 24. jan. an. lEgebohren. Nachdem er zu Wittenberg, Tübingen, Straßvw»und Leipzig studiret, wurde er an. 1618. viacoiM an der
ria Magdalena-kirche zu Breßlau , an. 1619. Prediger m Akirche zur H. Dreyfaltigkeit, an. 16)6. Probst zum H. Gcn^und kallor zu St. Bernardi daselbst in der Neu-Stadt, 0^1644. kiMor zu St. Maria Magdaletta, und endlich bEkirche zu St. Elisabeth kallor primarius, wie auch Inl?der Lutherischen kirchen und schulen, und starb den n-an. 1669. nachdem er das jähr vorher sein ^ubilseum semusclars begangen, welches der Magistrat ihm zu ehren durch Exviertägigen schul - sktum , der von dem LonreLkore mit »»Lateinischen rede beschlossen worden, solennisiren, und EssubilLv einen silbernen pocal mit fünfzig ducaten prästw ^ließ. Seine schriften sind : ^olua enucls3w8; LompenoIlieologiL; ; neun Predigten über das GE
Christi; vier Predigten vom harten dienst der kinder Israeldem tobe Josephs und Mosis, n. a. m. äisr. /».
8ilss. wggt. p. 144. kaltc>re8 der kirche zu ^
Elisabeth zu Breßlau. Grossers Iubel-Priester-Hist. ,,
* Hermann, (Georg) von Gutlenberg, ein katriciu- lKauffbeuern, und sonderlicher gönner der Gelehrten, war ^26. ftbr. an. 1491. gebohren zu Kauffbeuern , allwo sein v"-ter Schultheiß gewesen. In seiner mgend wurde er nackEdingen geschickt, welche schule damals insonderheit durchL-ncum Bebelmm berühmt wurde. Bey diesem hat er die LENische und Griechische spräche, wie auch die Ticht-kunst Estnet. Er begab sich nach diesem auf reisen, und erlernte Exandern wissenschafften auch die Italiänische und BohwEspräche. Nach seiner zurückkunft in das vatterland fieng
die kaufmannfchafft zu treiben, und verheurathete sich an- E,mit Barbara Reihing, eines k-uricii zu Augspurg tEvon welcher er sichen söhne bekommen. Obwol er nun LElich reich war, übernahm er doch die geschäffte Jacob 6 Xgers von Augspurg zu besorgen, welches an. 1520. gelEcsund da dieser an. 152;. gestorben, auch bey dessen bk"^söhnen fortgesetzet wurde. An. 1^7. erkaufte er sich dU.mediale Ritter-guth Gutlenberg von den Honolden inmingen. Da er mdessen sowol bey den Fuggern, al» Wtfür sich selbst den Gelehrten viel gutes thäte, erlangte er" j-wb'.spruche von denselbigen. Die bekannte Olympia ErstMorata rst mit ihrem mann Andrea Gruntlero, und achEchgen bruder Aemilio, bey ihm zur Herberge gewesen, vE ge-feme gutthatigkeit in verschiedenen briefen an ihn und anvc^x--ruhmet. Er selbst hatte einen brief-wechsel mit Erasnio/.A,slanchthone, Mariangelo Accursio, Viglio ab Aytta ZUEM,und andern. Oecolampadius hat ihm seine predigt vonaer ehrerbietung gegen dem sacrament des Fronleichnams V.sti zugeschrieben. An. i;L8. wurde er von dem Kaystr CE glt'mit seinen nachkommen in den Ritter-stand erhoben.mische Konig Ferdinandus ernennte ihn an. i<)4.M»,Rath, und gebrauchte ihn oft zu Inspruck, Lintz und EcSschickte ihn auch emsmals nach Gent in Flandern.