Band 
Vierdter Theil. He - Mc.
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Hiim knegs-weftn bestimmet worden , so verspürte er doch da-bey auch eine sonderbare Neigung zum studiren, und bemühetench dannenhero , sich in beyden hervor zu thun und verdient zumachen. Schon in seiner zarten kindhcit las er mit vergnügendie beschreibung des Ottomanmschen Reichs , wodurch er be-gierig wurde, solches selbst in genauen augenschein zu nehmen,tdr gieng demnach im 2->. jähre seines alrers mit dem Vene-tramschen Lonttil. Pekro Cturani, nach Constantinopel, undgab sich daselbst alle mühe seine wissenschafft von der Ottoman-Mjchen Staats-und kriegs-verfassung vollkommen zu machen.Wiewol nun solches unternehmen schon an sich selber gefähr-lich war; so überwand er doch alle schwierigkeiten , und be-kam durch seine freygebigkeit selbst eine Italiänische Überse-tzung des Lsncm in die Hand, welches buch sowol dieemkimfte des Türckischen Reichs, als auch den zustand des ge-aasten kriegs-wesens, und die Verfassungen,;» Wasser und zulande umständlich vor äugen leget. Hiernächst machte er beyMüßigen stunden an dem öochkoro verschiedene anmerckungenM der natur, wovon ein theil, von den wassern, die dem an-sehen nach alle aus dem Schwachen meer herkommen, in des-Tournefortii reisen angeführet wird. Als er sich nun n. mo-rste zu Constantinopel aufgehalten , trat er bey dem bevorste-henden Türcken-kriege in Kayserliche dienste, wurde aber nichtgar lange hernach zu Raab bey den neuen wercken, die man«n dem Raab-fluß angeleget, von einem Haussen Tartarn über-fallen , und von denselben in die sclaverey geschleppet. Diesenun verkauften ihn hierauf dem Achmet Bassa von Temeswar,Mit welchem er sich wieder bis nach Raab verfügte, und so-dann auch Wien belagern sahe. Als aber Achmet durch giftAngerichtet worden, kauften ihn einige soldaten aus Bosnien,Ae chn «ach der Türckischen Niederlage bis an den berg Ramam ihrem valterlande, und von dar nach Dalmatien brachten,Mvselbst er endlich von dem obcrwehnten Cturani durch eineMmme gelbes der gefangenschafft entledigt wurde. Nachdemer also seine freyheit wieder erlangt, nahm er aufs neue Kay-lMche dienste an, und wohnte nicht allein verschiedenen tref-fen und bclagerungen bey, sondern ward auch an. 1698. nach^onstantinopel geschickt, dem Englischen Gesandten bey demvald darauf erfolgten Carlowitzifchen friedcns-schluß an die Handgehen. Auf gleiche weise that er auch den beyden Grafenvon Oettingen und Schlick, als Kayftrlichen Gcvollmächtig-, sthr gute dienste, und wußte folgends in der grentz-schei-m>ng, womit er sich bis an. 1701. befchäfftigte, den nutzen fti-ms Herrn so geschickt in acht zu nehmen , daß dem Kayser die, ^llung Brod verblieb, welche doch die Türcken geschleift ha-ven wollten. Dieser lange aufenthalt in Ungarn gab nun auchMegenhert zu seinem grossen und überaus prächtigen werck von^ Donau, wobey er selbst von Kayser Leopolds in seinema,,^aben mit geld und leuthen unterstützet, und aufdessen kosten«ach dre darin« befindliche kupfer-vlatten grössten theils gesto-wurden. Mein so sehr hierbey die sonderbare gnade die-gegen ihn hervor geleuchtet, so genoß er dochKleiden nicht länger, als bis an. 170;. da er nebst dem Com-Issrwanten, Grafen von Arco, die damals belagerte vestung^risach, wider den gemessenen befehl des Printzen Ludwigson Baden, an Franckreich zu übergeben, in dem Kriegs-Recht«"gerathen; darüber denn auch Arco den 15. febr. des nächst-folgenden jahrs den köpf verlohr, Marsigli aber, der bisherd,. ^.barge eines Kayftrlichen General-Wachtmeisters bekleidet,zerbrechung seines degens aller seiner ehren nnd ämterertustig erkläret wurde. Ob nun gleich schon damals viele, aren, welchen diß verfahren etwas hart vorgekommen, soMmhete sich doch auch Marsigli seine Unschuld selbst der weitgeigen, wie er denn in einer besondern schrift, die an. 1704.A glicht worden, und auch im Llprit clas Lours cie I'Lurnpsg"fot, zu beweisen unternommen , baß die empfangene ersteä,, re vvm 16. ftdr. sich bis auf den letzten mann zu wehren,in falsches vorgeben, als ob volck und Munition genugvestung wäre, sich bezogen , und hiernächst der Grafb^Mo noch ein anderweites schreiben vom ;o. jnnn an. 170;.d,« oem Printzen Ludwig von Baden bekommen hatte, worrnni-W/lben alles nach eigener conduite zu der Kayftrlichen Ma-xx 5° nutz und diensten einzurichten überlassen worden; wobey"ss uin so viel weniger die Übergabe widerrathen wollen,übv! ^eser ort ohnmöglich langer zn halten vermocht. Imun^llen ertrug er diesen zufall mit einer ziemlichen gelassenheit,g^^sschter ihn nicht lange hernach einige kranckheiten nöthigten,di°A lerne Untersuchungen in der natur, als welchen er sich voner an völlig gewiedmet, einzustellen. Indessen vertriebvenAdw zeit mit der uhrmacher-kunst, und mit Verfertigungsckk» dener instrumenten aus holtz und kupfer, woraus derverrath von Maschinen in dem pallast des Institut, zuN°n>en entstanden ist. Nach diesem begab er sich nach Franck-bev ck Av ihn Ludovicus XIV. zu sehen verlangte. Als er nunMn ohne degen erschien, und dem Könige seinen zustandsich"lner anständigen Wehmuth und bescheidenheit erzehlte, ver-de>,»b On derselbe seiner gnade, und gab ihm den degen,der wölbst an seiner seilen hatte. Die Königliche Academie"fthafften / worinn er schon seit an. ,70;.dre stelle einestvvl k^" und fremden Mitglieds bekleidet, wurde ihn auchrä, s°?vogen haben, in Paris zu bleiben , wenn mcht das ge-ge'U'che dieser stadt ihn veranlasset Hätte, Montpellier derselb--. vorzuziehen , wo er nicht nur ebenfalls eine Akademie der

wiMnschafften antraf, sondern auch die !uft seinem leibes-zu-stande vor zuträglicher erachtere. So bald es nun allda seinegesundheit zuließ, machte er sich auf die fte, ließ den gründderselben ausmessm, sammelte auch viele fte-pflantzen, unduntersuchte dieselben mit seiner gewöhnlichen scharfsinmgkeit.Hiernächst machte er bald von dem gleich-gewichte, bald auchwegen der wärme des see-wassers in dein Mittelländischen meere,und sonst noch allerhand versuche, die zu seinem vorhaben dien-lich waren. Als aber hierauf an. 1703. der Papst Clemens XI.wider den Kayser Ioftphum eine armee auf die deine gebracht,ward ihm das commando darüber aufgetragen, da er denn an,sanglich den Kayftrlichen General, Grafen von Bonneval, auSeinigen Plätzen vertrieb, zugleich aber auch einige neben-stun»den auf Untersuchung der alterkhümmer anwendete, nnd be-sonders in einem annoch ungedruckten schreiben an den HerrnAnsidei durch unterschiedliche versuche bewies, daß es unmög-lich sey, ewig brennende lampen zu machen , dergleichen dieAlken, nach einiger vorgeben , sollen verfertiget haben. Nach-dem sich aber der Papst mit dem Kayser zu ansang des jahrs1709. wieder verglichen, und dahero auch der kriegs-dienstedes Marsigli nicht weiter benöthiget war, richtete dieser zuBologna das bekannte Instirumm äLisntiarum auf, dessen Hi-storie der Herr von Limiers in einem besondern buche beschrie-ben , und begab sich darauf nach Engelland, allwo er, ausserdem ennvurf von seinem Oxsrs varmKiLli. auch noch einentcactak cle Lungis ausgehen ließ , und sodann von der Königli-chen Societät der wiffenschafften zu einem Mitglied aufgenom-men wurde. Ob er nun gleich selber jähe, daß es ohnmögüchwäre, feine unter Händen habende Historie des meers nach dereinrichtung, die er sich davon gemacht, zur Vollkommenheit zubringen, so untersuchte er doch ferner auch die ufer von Frank-reich , Flandern und den vereinigten Niederlanden , und ließsich hierauf zn Leiden von Boerhavio bewegen , dasjenige, soer bereits daran fertig hatte, an das licht zu stellen, wie dennauch diese probe nach der Hand von Clerico ins Französischeübersetzt worden, und endlich an. 172;. unter der auffthrist:dtlstoirs kl^stgue lle In Ner, in fol. heraus gekommen. Des,gleichen wurde auch auf dieser reift die anstatt zum drucke sei-nes Oanuktt kannonico - MLlLi gemacht, welches werck an.1726. m sechs vol. in fol. znm Vorschein gekommen, und mitdem grösten deyfall aufgenommen worden. Nach feiner zurück-kauft in Italien brachte er seine ausführliche beschreibungvom Türckischen kriegS-weftn vollends zu ende, die er aber nichtgedruckt gesehen, inmassen selbige erst an. 17)2. unter dem ki-llst : Lttato milicare steil' Impeno Ottomanno, sowol in Ita-liänischer , als Französischer spräche in dem Haag heraus ge-kommen. Im übrigen hatte er sich zwar längst vorgesetzt, sichnach Provence zu verfügen, und allda seine lebens-zeit mit bä,ten und studiren zu deschliessen; da er aber aus einer sonderba-ren Vorsorge vor das Inlkicmum Rcientiarum sich langer znBologna aufhielt, als er svnsten willens gewesen, starb er da-selbst den 2. nov. an. 17;-,. in dem 70. jähre seines alterS, ob-gleich einige Nachrichten ohne gründ gemeldet, daß er 82. jährgelebet. ssrlEsrl,. , tom. XVI!. p. 2. Eeopoldl se-

hen , L. III. p. 1606. Xelstio eorurn, guse coutigerunt, occslions stesticiouis Ürissci.

an. 17;;menk. jua. öcc:.

Marsilius von Inghen, oder Ingenuus , ein Dom-Herrzu Cöln , lehrete auf der Universität Heidelberg , allwo er an.1)94. gestorben, Lommentsrios über die 4. bücher des lUa-gsttri Lencenriarum und einige andere stücke hinterlassend. 7 >r-

L sts ker. ecistsl'. pssser,,'«. in spxMtu lscro.

E, bibl. steig. , bibl. Lartk. <Lc.

Marsilius von Padna, Menandrinus,genannt, ein be-rühmter kkilnlopttus und , war gebürtig aus der stadtPadna in Italien, und legte den gründ seiner wissenschafftin der Rechtsgelehrfamkeit auf der Academie zu Orleanü inFranckreich. Weil zu seiner zeit die streitigkeiten des KayftrsLudovici ttavari mit den Päpsten gar heftig geführt wurden,war Marsilius einer unter denen , welche die rechte und Ho-heit des Kayftrs wider das beginnen der Päpste vertheidigten.Zu welchem ende er um das jähr 1,24. einen tractat schrieb,unter dem titul : vekenlor kacis, darin» er bewies, daßder Kayser keineswegs dem Papst unterworffe» , sondern viel-mehr der Papst sowol in weltlichen dingen, als auch in kirrchen-fachen dem Kayser gehorsam zu leisten schuldig sey.Dieses erweckte bey dem Papst Johanne XXII. einen solchenzorn, daß er an. 1)27. ein besonder decret wider ihn herausgab, darin» er seine schritt widerlegte , und ihn zugleichin den bann that. Weswegen Marsilius noch bis auf denheutigen tag von den Catholischen in die zahl der ketzer geft-tzet wcrd. Er starb an. n-8- Vorerwehnter tractat, vekenlorkgLis genannt, ist zum öftern heraus gegeben , und befindetsich auch bey dem Goldasto in seiner iVIoiwrclijg 8. Kam. Imp.rom. II. woselbst noch einige andere tractate von ihm , als cle

lumäidkione Imperisli in Lsulis Nscrimomalikus , ix. ZsTranslatione Imperii, <Lc. anzutreffen sind. /

VOLL lVlsriilius. Seat«, , pr.-xf. IN lVIariilü cisfenko.

rsm vaais. apuil Oolciallum. , in Laral. rsft. vsrit.

bitt. ecalek. ft-L. XIII. L XIV.

* Marsilius, (Caspar) der H. Schrift Licentiat aus Schle-sien , war ansangs zu Zranckfurt an der Oder Lrokelkor der

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