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2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
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vulcano oder Luftvulcanc von verschiedener Grölse,aus welchen das im Innern entwickelte Gas den er-weichten thonhaltigen Schlamm mit gröfscrer oder ge-ringerer Gewalt herausstöfst.

Ob der von einigen Vulcnncn in ungeheurer Mengeausgeworfene Schlamm als solcher aus dem Innern dersel-ben emporgehoben wurde, oder aus einer Verbindung vonvulcanischcr Asche mit Wasser entstand, ist nicht mit Ge-wifsheit entschieden (vergl. §. 200). ln seltenen Fällensteigt auch in nicht vutcanischen Gegenden eine grofsoMenge Schlamm in die Höhe, wie 1771 unweit I.ongtown,wo der Auswurf vier Wochen dauerte und die umliegendeGegend verheerte 1 ). Die meisten eigentlichen Schlamm-'ulcanc, von dem meistens salzigen Wasser derselben auchSahen genannt, befinden sich in vulcanischen Gegenden,scheinen jedoch in der Hegel nicht auf Verbrennungen imInnern der Erde, sondern auf chemischen, Lijftentwiche-lungon erzeugenden, Processen zu beruhen. In der Regel'st das ausgestofsene Gas, mindestens bei den fortdauerndIhatigen Sehlammvulcanen, Kalt, und ob bei vorzüglichheftigen Auswürfen wirhlich Flammen zum Vorschein ha-wien , wie nicht selten berichtet wird, ist mindestens sehrleaglich. Di« behanntesten derselben sind:

1) Der Macaluba in Sicilien, nicht weit von Girgenti ,ein Hügel von 150F. Höhe, mit einer Menge hleiner hegel-förmiger Erhebungen, aus denen stets Gasblasen anfsteigen,und Schlamm mit sich führen. Der Boden ist nämlich inder Tiefe stets feucht, besteht aus unfruchtbarem Thon,und indem die Luftblasen in die Höhe steigen, erheben sieeine Quantität der feuchten Masse mit sich, und bildenallmälig, insbesondere hei trockenem Wetter, stärher an-''’aehsende abgestumpfte Hegel, welche dadurch erzeugtWerden, dafs der aufgehobene Schlamm über den Handherabläuft und erhärtet. Am 30. September 1777 fanddaselbst ein gewaltsamer grofser Ausbruch statt, indem einesehr grofse Menge Schlamm mit vielem Getöse in die Höhegeschleudert wurde. Dolomieu leitet die Erscheinungdavon ab, dafs sich im Berge eine Salzquelle befindet, dieden oberen Thon auflöset, dessen Schwefelsäure sich mitdem Natron verbindet, und Salzsäure frei macht. Indem

0 Hausmann in Bihl. der Keis. XT.III p. 1“).