Buch 
2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
Entstehung
Seite
395
JPEG-Download
 

395

rere, die sich zuweilen verändern. Im Allgemeinen sindsie konisch, verstopfen sich oft, und werden bei den aus-gebrannten nicht selten in Seen verwandelt 1 ), oder aufeine solche Weise verschüttet, dafs man sie nicht mehrerkennt, und daher bei einer Menge ausgebrannter Yulcanevermifst. Oft hebt die Lava die Stelle des Berges in dieHohe, wo sie durchbricht, und bildet dadurch betracht-liehe Hügel, als am Aetna 1669 und am Vesuv 1760. 2 )Nicht selten wird selbst der Granit durchbrochen, und dieausgeworfenen Massen werden durch denselben empor-gehoben.

Nach der Größe der Wirkungen, der Menge der aus-geworfenen Substanzen, der langen Dauer des Iirennensu,| d dem öfters langen Intermittiren, der Tiefe der Seen,"'eiche in ausgebrannten Vulcanen entstehen u. s. w., müs-s °n die Herde der Yulcane sehr tief liegen, und unglaub-lich grofs seyn 3 ). Par rot 4 ) zeigt, dafs beim Ausbruchedes Pico di Teyde eine Lavasäule aus dem auf der Spitzedes Berges befindlichen Krater gehoben wurde, deren un-teres Ende unmöglich in dem über den Meeresspiegel her-vorragenden Theile des Berges anzunchmcn ist, weil dort80 grofse Höhlungen nicht vorhanden seyn können, als dieItlenge der ausgeworfenen Lava anzunehmen zwingt. Istdie Höhe der Lava-Säule aber nur der des Berges gleich,8 o beträgt diese 2000 Toiscn, und sie würde, das spec.Gewicht der Substanz zweimal so grofs als das des Wassers^'genommen, gegen jeden (Tuadralfufs einen Druck von1*4 Milk ÜE. ausüben. Dieser erfordert sehr dicke Wänded e *’ Höhlungen, wenn sie ihn aushalten sollen, wobei aberd |e Lavasäule stets länger werden würde, je tiefer man dieVolcanischen Werkstätte herabsetzt, um eine hinlänglicheStärke der sie einschliefscnden Wandungen zu erhalten,s ° dafs ihre geringste Tiefe hiernach 0000 Toisen unterMeeresfläche betragen soll. Wollte man auch gegendiese Vorstellungsart die zuverlässig gegründete Eiriwen-'; Un g machen, dafs die Bcstandtheilc der Laven ohne Zwei-el 'n einzelnen Partikeln in die Höhe geschleudert werden,

') Breislak Institut. Genf . T. III. P- 3i;0 ‘

Lbeiulasctlist. T. III. ]»■ 131.

ä ) liuki-u-vll a. a. O. I>. 182. d’Aulmisson Traile de Gco:;t>. T. 1.P- 217. 2o‘>.

'l) Theoretische l’lnsih. T. 111. !>■ 25”-