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2 (1830) Zweiter Theil, welcher die angewandte Physik enthält / von G. W. Muncke
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daher mit Recht als das vorzüglichste meteorologischeWerkzeug betrachtet. Indem hierdurch sein Stand ver-änderlich und ungleich wird, so erschwert dieses seinenGebrauch zur Bestimmung der Höhen über der Meeres-fläche, weswegen man entweder zwei nicht zu weit ent-fernte Barometer vergleichen, oder aus länger anhal-tenden Beobachtungen desselben das Mittel aufsuchenmufs. Die Veränderungen seines Standes, woraus sichauf die Schwankungen der Atmosphäre schliefsen lälst,sind theils regelmäfsige, theils unregehnäfsige, und dieJezieren insbesondere in höheren Breiten viel stärckerals die ersteren.

Wenn gleich das Barometer nicht als ein festes und un-trügliches Werkzeug zur Bestimmung der Wetterver-änderungen angesehen werden kann, so lassen sich lezteredoch nach einigen aus der Natur der Sache 11 it (senden ,durch anhaltende Beobachtungen abstrahirten, Hegeln mithoher Wahrscheinlichkeit leicht vorher vermulhen.

Vor allen Dingen mufs map den nach der Höhe über derMeeresflächc verschiedenen mittleren Barometerstand einesgegebenen Ortes kennen, um die Höhe des (Quecksilbers überoder unter diesem besser zu schätzen. Mehrere Beobachterhaben sieb unglaubliche Mühe gegeben, den mittlerenBarometerstand an ihrem Beobachtungsorte auf'zulinilen tund deswegen längere Zeit anhaltend das Barometer beiTag e und hei Nacht stündlich beobachtet, wie dieses na-mentlich durch Horner und Langsdorf auf Brusen*stern’s Entdeckungsreise geschehen ist. Durch solchevervielfachte Beobachtungen hat man aufgefunden, dafs dasBarometer regelmäfsigen Schwankungen unterworfen ist,welche unter der Linie am stärksten sind, sieh bis übermilllerc Breiten hinaus erstrecken, und in hohen Breitenin den unregelmäfsigen Oscillationcn verschwinden. I' 1 'Allgemeinen hat das Barometer für die Zeilen des Tage*etwa des Morgens um 'J Uhr seinen höchsten, des Mittagsum 2 Uhr seinen tiefsten Stand, und steigt des Abend*wieder, weswegen man in der Hegel dreimal täglich beob-achtet. Das Mittel aus allen diesen Beobachtungen giebtdann den mittleren Barometerstand eines Ortes, welcher soviel genauer ist, je längere Zeit die täglichen Beobachtun-gen fortgesetzt sind, indem seihst die ganzjährlichen Mittelnoch von einander abwuiehen (s. § 53 ).