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Uebrigens hat Hemmer schon dieses Gesetz aus seinenBeobachtungen aufgefunden *). Die regelmäfsigen Schwan-liungen des Barometers sind also ein Zeichen der Abwesen-heit unregelmäfsigcr Zersetzungen in der Atmosphäre, wo-raus ich die sehr gegründete Wittcrungsregel entlehnt habe,dafs beständiges und heiteres Wetter zu erwarten ist,wenn das Barometer am Abend niedriger steht, als am Mor-gen, insbesondere wenn es um 9 Uhr Morgens steigt, undunbeständiges, regnerisches W 7 etter, wenn der umgehehrteFall stattfindet, eine Regel, welche fast niemals trügt,und um so gewisser ist, je anhaltender mehrere Tage nach-einander diese Regelwidrigkeit stattfindet.
Man hat nach der Ursache gefragt, welche diese Er-scheinungen hervorbringe, v. Lindenau wollte sie ausdem Widerstande ätherischer Substanzen im Welträumeableitcn i) 2 ), allein hiergegen streitet ihr Zusammenfallen mitbestimmten Tagesstunden. Am natürlichsten war es, die*selben der täglichen Ebbe und Fluth des Meeres anzureihen,und als eine ähnliche Schwankung der Atmosphäre zu be-trachten, aber dann müfsten die Perioden mit den Durch-gängen des Mondes durch den Meridian correspondiren-La Place 3 ) hat indefs gezeigt, dafs allerdings Schwan-kungen der Atmosphäre als Folge des Einflusses der Sonneund des Mondes stattfinden müssen , und zwar theils durchdirecte Anziehung dieser Himmelskörper, theils durch dieGestaltveränderung des Ocean's als ihrer Basis, wobei je*doch kaum zu verkennen ist, dafs die Sonne sich durchihre erwärmende Kraft bei diesem Phänomene vorzüg liehwirksam zeigt. Die Einwirkung der Sonne, welche schonnach wenigen Tagen bemerkbar wird, beträgt nach Gjahi' 1 'gen Beobachtungen in Paris eine Erhöhung des Barometer*von 0,8 Millimeter um 9 Uhr Morgens über das Minimum uni3 Uhr Nachmittags.
Vorzüglich hat man sich bemühet, den Einflufs d e *Mondes auf das Barometer aufzufinden, da die Ebbe undFluth einen solchen zu erwarten berechtigte. In dieserBeziehung ergaben unter andern Hör ners Beobachtungen»dafs die Deklination des Mondes allerdings einen Einllu shat, indem die Gröfse der barometrischen Oscillationd 1
i) Grcn Journ. der Pliys. T. 11. p. 215.
*j) Monat!. Coiresp. X. XXI. p. 218.
3) Aunal. de Chim. et Phys. XXIV. p. 280.