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Der Erdball hat an den verschiedenen Theih’flseiner aufseren Kruste eine verschiedene Temperatur»welche durch eine eigenthümliche bleibende Wärin eund zugleich durch äufsere Einwirkungen bedingt uudmodificirt wird. Die ältere Meinung von einem Ceu"tralfeuer im Innern der Erde, ist an sich unhaltbar»und eben so wenig kommt die Anuahme eiuer hohenKälte und gänzlichen Erstarrung in gröfseren Tiefen»hauptsächlich des Meeres, mit den genauesten Beob"achtungen überein. Vielmehr findet man den Meeres"grund blofs an einigen Stellen in den Polarzonen unterden Gefrierpunkt des Wassers erkaltet, uud ist gleichdie äufsere Rinde der Erde im höchsten Norden unab"lässig erstarret, folglich keine Untersuchung der Tiefe»bis zu welcher dieses reicht, möglich, so ergebendoch unzweifelhafte Erfahrungen an allen übrigenOrten eine mit der Tiefe beträchtlich zunehmendeWärme. Die Gleichmäfsigkeit der Temperatur, welcheunter den verschiedenen Zonen mit ungleichem Wech"sei bei der äufsersten Erdrinde wahrgenommen wird»scheint eine Folge der einmal vorhandenen, durch denEinflufs der Sonnenstrahlen stets aufs Neue erregtenWärme zu seyu.
Die Hypothese von einem CentrdlJeuer im Innern derErde ist alt, und nachdem schon Gassendi gezeigt hatte»dafs ein stetes Brennen ohne Zutritt der Luft unmöglichsey, vertheidigte Mairan 1 ) dieselbe mit der Modilication»dafs unter diesem Centralfeuer nicht sowohl ein eigentlichesKüchenfeuer, als vielmehr eine Grundwärme zu verstehensey, welche er 393mal so grofs, als die durch die Sonnen-strahlen an den kürzesten Tagen in Paris erzeugte, annahm*und als die Ursache mancher Erscheinungen, namentlichr der vulcanischen, betrachtete. Einige Untersuchungengeigten nachher eine mit der Tiefe zunehmende Vermin-derung der Temperatur im Meere, und man ging daher
») Mem. de l’Acad. 1719. p. 121.