Buch 
Vitruvius. Des allernamhafftigisten unnd hocherfarnesten römischen Architecti unnd kunstreichen Werck oder Baumaisters Marci Vitruuii Pollionis Zehen Bücher von der Architectur und künstlichem Bauen. Ein Schlüssel und Einleytung aller mathematischen unnd mechanischen Künst scharpffsinniger fleissiger Nachtrachtung oder Speculation künstlicher Werck ... Alles mit schönen künstlichen Figuren unnd Antiquiteten und sonderlichen Commentarien ... / gezieret und erkleret ... Erstmals verteutsch, und in Truck verordnet durch D.Gualtherum H.Rivium ...
Seite
CLXXXVI
JPEG-Download
 

clxrrbj Das Ander Buch Vitrunij

lichen abtreibẽ mocht. Als aber gemerckt ward das ſie auff ſolcherWehr ander Pfeil oder Geſchoß nit hetten/ wañ die Schlenekerndamit ſie keinen/ er wer dann nit fernen von der Mawren erreichenmochte/ von wegen der ſchwer/ hat der Keyſer gebotten/ das manBüſchelholtz mit breñenden facklen ʒu ſolchẽ Huͤltzin Thurn brechte/ den ſelbigẽ anzůnd eten vnd verbrentẽ/ welches gar ſchnel vomKriegs volck zugericht ward/ als nun das Fewr auffgieng dieFlammen biß an Himmel ſchlugẽ/ das man vermeint es wurd yetz-und den gantzen Laſt des Thurns miteinander einfellen/ verbrantdas weich Holtz ſchnel hinweg mit hefftigẽ flatern/ als aber daſſelbig verbreñet was/ vnd das Fewr nachließ/ ſahe man den HuͤltzenThurn gantz vnuerſert/ vnd von ſolchem Fewr vngeſchedigt/ dasſich der Keyſer hoch verwundert/ befalch alſo das ſie rings her-umb als wert jr Geſchoß nit reich mocht vmblegert wuͤrden. Alsſich aber die einwoner auß forcht ergaben gefragt wurden/ woher ſie ſolches Holtz hetten/ zeigten ſie groſſe menig der Baum amfluſ Pado/ welchẽ diſes Schloß fuͤr Fewrs noth erbawẽ/ vndvon ſolchẽ Holtz Larignum genant worde. Diſes Holtz wird weitauff dem fluß Pado gen Rauenna gefuͤrt da ſelbſt in ander geg-net vnd Landſchaffte/ Faneſtri/ Piſauri vnd Ancone weiter außgetheilet. Wo man auch diſes Holtz gehn Rom gnugſamlichẽ bring?moͤcht/ wer ſolches zu den Gebewen in mancherley ſachen faſt nutzlichẽ vnd ſeer gebreuchlichẽ/ dann wo man mit diſem Holtz die fuͤr-ſchieſſung der Dachung beſchirmbt/ wer ſolches ein trefflich er wi-derſtand allẽ Fewrgeſchoß/ es wuͤrden auch die flammen von eineHauß zum andern ſchlahend das ſelbig nit leichtlichen anzündenmoͤgen/ dañ diſes Holtz weder Flammen noch gluͤendige Rolẽ ge-ben mag/ od er empfahen für ſich allein. Es ſeind aber ſolcher Baũbletter dẽ Pynbaum enlichẽ vnd gleich/ gibt zimlich lang Holtzdas ſich wol arbeitẽ vnd handlen laſſet in aller Hand Schreiner-werck/ nit anders als der Sapin/ gibt auch ein weich fluͤſſigHhartz/gelb wie Honig/ welches man in ſonderheit nůtzlichẽ braucht denlugenſüchtigẽ. Alſo habẽ wir die Eygenſchafft natur der Baũ/auch wie ſolche erſten anfang mit der Elementiſehẽ krafft ver-miſchet aller fürnembſten materi/ Bawholtzes in kurtzen dochgnugſamlichen erzelet. Volgt aber am nechſtẽ auß vnſerer fürgenomener ordnung/ das wir weiter anzeigen den vnterſchied des vn-dern vnd obern Dennen Holtz ſonderlicher art/ warumb zu Romdas ober theil Supernas genant/ nit alſo gut als das vndertheil/ ſoman zu ſchoͤnem Gebew in groſſer langwirigkeyt nuͤtzlichen brau-chen mag/ auch wie der vnterſchied nach 3 erley gelegenheyt

Bawholtz zuerwelen.

der Land ſchafft zu mercken/ damit das bequemſte vnd nůtzlichſte

Auß-