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Vorwort.
sprünglichkeit vollends darstellen kann. So weit mir diese zugänglich gewesen, habeich sie herangezogen und wohl genuht um meine Ansichten zu entwikkeln und zubelegen, ohne über die Grenzen hinauszugehen die der Vorwurf bedingte; jedochmögen Philologen den Maaßstab ihrer Kritik nicht zu hart daran anlegen, und michwegen der etwa unphilologischen Verarbeitung der Quellen, oder wegen der geringen Elo-quenz der Rede nicht schelten. Denn erstlich ist hier eigentlich das rein Bauliche derKern um den sich die Hülfen der Literatur bewegen; sodann aber habe ich mir ersteine Sprache für die Bezeichnung der Begriffe bilden müssen, da bis jeht noch keine hier-für epistirte. Indem aber diese Sprache nur aus dem Gegenstände hervorgegangen ist, indemsie vor Allem nur nach Kürze und scharfer Bezeichnung desselben strebte, hat sie die Herbenicht überwinden können, und wird für manchen an leichte Kost gewöhnten Gaumen schwergenießbar sein. Was das eigentliche Wesen der Sache anbetrifft, so glaube ich dasselbe völligdurchdrungen und alSeineWahrheitinsichselbst dargelegt zu haben; ein glattes ab-gemachtes System aufgestellt zu sehen kann man aber um so weniger erwarten, als eben dieForschung noch nicht ruhen kann, und noch manches Dunkle zu ergründen ist, dessen Be-deutung bei der Simplicität der alten AuödrukkSweise ganz nahe liegen muß ohne gleichwohlerkannt zu sein, und noch manche Lükke auszufüllen ist, die zwischen zwei bereits erkanntenDingen liegt; was doch alles nur durch beständige Bewegung und Läuterung des Gedan-kens, durch Anziehen der noch übrigen, aber vor der Hand mir nicht bekannten altenQuellen geschehen kann. Ich gebe daher mehr nur eine Reihe in sich abgeschlossener For-schungen für die betreffenden Gegenstände, die sich erst zu einem systematisch geordnetenGanzen verbinden werden, wenn die Lükken nach und nach gefüllt sind. Jedoch sinddiese Resultate so geordnet daß sie wie Radien eines Kreises zum Centro führen, wel-ches der Dorische und Ionische Styl bildet, der in seinem ursprünglichen Wesen, in sei-ner Wurzelform mitten inne steht.
Da es indeß vor Allem nöthig war den Leser erst in die Hellenische Formensprachefür die baulichen Glieder und deren Symbole einzuführen, ehe von ihnen und ihremOrganismus im Baue selbst die Rede sein konnte, so habe ich die zu erklärenden Sym-bole der Glieder, die dekorativen Formen, welche gleichsam das Alphabet jener Sprachebilden, dem Werke vorangestellt. Dies war der Grund und Zweck der Einleitung. DieWiedereinführung der antikenTe rmi n o log i e hierbei, so wie überhaupt, für die Begriffe,Formen und Theile des Baues für die sich im Deutschen noch keine wesentliche scharfeBezeichnung findet, war deshalb nothwendig, weil bei den Hellenen mit dem Namen Be-griff und Wesen jeder Sache prägnant bezeichnet ist, durch ihn ihr Wesen erkannt und