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Erstes Buch.
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kommen sind, die Triglyphen wie Metopen nur als ein traditionell fortgeführtes Schemaohne ursprüngliche Nothwendigkeit und konstruktiven Zwekk; und wie vollständig die Hel-lenischen Baumeister spaterer Zeit selbst hiervon überzeugt waren, beweisen Tarchesius,Py-theus, HermogeneS und Andres, weil sie verwarfen daß Jemand zu ihrer Zeit nochTempel in Dorischer Weise baue, HermogeneS sogar aus dem für einen Tempel dieserWeise bereits vorgerichteten Materiale, einen Bau in Ionischen Formen herstellte. Frei-lich liegt der Widerwille gegen die alte Weise in dem schon Eingangs des ersten Buchshervorgehobenen Wesen des Gebundenen und Unbeweglichen der Struktur und der Kunst-formen, die einen so unlösbaren gegenseitigen Bezug bedingen daß sie keine freieBewegung und Anordnung der Säule unter dem Gebälke, noch irgend ein Ausschließenoder Hinzusehen der geringsten Kunstform erlauben, ohne nicht das ganze System derGlieder und Formen einer entsprechenden Veränderung zu unterwerfen um die bezeich-nende Eigenthümlichkeit der Weise zu erhalten. Aus einem so unbedingten Ausschließender Dorischen Weise durch einen vielgerühmten Mann wie HermogeneS, ersieht man übri-gens wie weit schon das Bewustsein der hieratischen Normen zur Zeit desselben verlorengegangen war, indem es nach der strengen älteren Sahung schwerlich erlaubt gewesen seinmöchte z. B. einen zerstörten Tempel Dorischer Weise in Ionischen Formen wiedererbauen zu dürfen.

* Es würde eine irrige Annahme sein die Form Peripteroö als eine ursprünglichDorische zu fassen und als Argument dafür etwa die Beispiele dieser Form anzuziehenwelche sich noch in Dorischer Weise vorfinden. Denn folgerecht dem mästen sonst alleTempel von der Form in Jntix die ältesten sein, ohnerachtet neuere Entdekkungen in Jonien dergleichen in Ionischer Kunstweise und in ganz später Zeit der Kunst erbaut, bekundethaben. Mit Sicherheit allein läßt sich blos sagen daß die Dorier nur Dorisch, die Jonierursprünglich nur Ionisch bauten, die gemischte Anwendung beider Weisen neben einanderaber erst in späterer Zeit statt haben konnte.

Wie in der Form so zeigt sich auch dieser Gegensatz beider Weisen in den realenMaaßen ihrer Bauwerke. Denn wie dem alten Dorischen Baue das Beschränkte inder Ausdehnung eigen ist, so tritt der Ionische in Kleinasien gleich mit kolossalen Dimen-sionen auf; dies beweisen die überlieferten Maaße des Artemision zu Ephesus , die Ruinendes Apollotempels zu Milet und andre, welche die hypäthrische Anlage der Cella schonals eine unerläßliche Nothwendigkeit voraussetzen; und wenn auch Vitruv in seiner Clas-sifikation der Tempel den HypäthroS erst mit dem Dipteroö setzt, so ist doch diese Einrich-tung schon eine nothwendige Folge des Peripteros bei einigermaßen bedeutenden Di-mensionen.

Als in der Mitte stehend zwischen beiden ist schon früher die Attische Weisebezeichnet, und wohl kann man von dieser behaupten daß sie zuerst auch beide Wei-