sen neben einander gebraucht habe. Zwar ist Attika das Mutterland der Ionischen Weiseund eö nimmt diese von hier ihren Ausgangspunkt, jedoch tritt sie in der neuen Heimathwelcher sie ihren Stammnamen ausprägt, sehr bald freier und selbständiger im Gedanken desGegensatzes vom Dorischen oder alt Hellenischen aus. Wie die Attisch-Ionische Weisein der ganzen mäßigen Ausdehnung ihrer Werke noch althellenisch, so zeigt sie diesenSinn auch in den einzelnen Kunstformen, welche gehalten und strenge sind, und man kannmit Recht den AuSspruch eines alten Schriftstellers über die Altionische Musik auch aufdie Attischen Formen im Vergleiche zu den der Ionischen Werke in Jonien anwenden;denn von dieser Harmonie sagt Akhenäus?): sie sei nicht blühend und fröhlich, sondernfest und herbe, aber es liege in ihr eine gewisse edle Würde deren wegen sie von derTragödie geliebt werde; zu seinen Zeiten dagegen seien die Ionischen Weisen üppig undhätten sich weit von jener ursprünglichen Harmonie entfernt. Würde daher schon derVoraussetzung nach zwischen der Form in antis und Peripteroö die Form Prostyloö eineMittelform sein, so findet sich diese in der That auch als solche in den Werken der Athe-ner welche hierfür entscheiden können. So am ältesten und heiligsten Tempel AttikaS ,dem Tempel der Athena PoliaS mit seinen Prostylien, zu welchen auch die Jungfrauen-Halle und der westliche Fensterraum (als Pseudoprostyl) zu rechnen sind; eben so bei demjetzt verschwundenen Tempel am Jlissuö und dem Tempel der Nike Apteros. Selbst derParthenon und das sogenannte Theseion zeigen unter dem Peripteron diese Form der pro-stylen Cella, obgleich beide Werke in Dorischen Formen gebildet sind.
Noten.
1) Peripteros; Dipteros. Die ganze Darstellung der Ionischen Weise bei Vitruv lll.,5, 4beweist das über Peripteros als Ionische Grundform Gesagte; denn Vitruv hat dabei einen Peripterosvor Augen und gehl von dieser Form, nicht aber von der Form in sniis aus.
2) Was den Ausdruck Pteroma, Peripteros, anbetrifft, so ist es schon I B. 4 Exc. erwiesenwie Pteron, Pteroma, in der Baukunst die Bedeutung einer Dekke habe welche entweder durch dieeigene statische Kraft, oder durch Unterstützung von Säulen, freistehenden Pfeilern, Mutuli u. s. w.vor den Wänden oder Auflagern vorspringend in der Schwebe gehalten werde; sogar das starkvorspringende rings um den Bau gehende Gcison des Daches wurde deshalb Peripteron genannt.Der Grund dieser Bezeichnung entspringt aus dem statischen Wesen einer so angelegten Dekke; indemsie eben durch ihre besondere Anordnung im höchsten Grade vom Boden isolirt, auf ein Minimumvon festem Auflager gebracht und so in den Zustand des sich selbst Tragenden oder über dem RaumeSchwebenden versetzt ist. Es hieß daher die rings um die Cella oder den eigentlichen Navs geführtehypostyle Dekke Pteron, Pteroma; der ganze Tempel Naos Peripteros, Dipteros, und abgeleitethiervon Monopteros, Pseudodipleros u. s. w. Denn Name und Eigenschaft der Dekke überträgt sichauf den bedckklen Raum. Ohngeachtet so überzeugender Beweise ist diese Ansicht Manchem dennochbefremdend gewesen, es haben sich selbst Archäologen skeptisch dagegen verhalten, man hat sie aberstets vergeblich und mit entschiedenem Unglück zu entkräften versucht. Ohne die ganze Sache noch