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Worten Hesychios und Photios unter dem Worte nach. F. G. Welcker, Alte Denk-
mäler l Th. Einleit. streitet gegen diese Annahmen und zwar in der eigenthümlichen Art daß er,um die Sache nach seiner eigenen Ansicht hin wenden zu können, alle direkt erklärenden Zeugnissewelche für dieselben beigebracht sind, aus der Untersuchung heraus escamotirt und nur die zwei-felhaften, welche erst durch jene verständlich werden, stehen läßt. So wenig Mühe es indessenbedurfte um hier das Netz in welches sich der treffliche Forscher unbegreiflicher Weise verwikkelt hatzuziehen zu können, eben so wenig gehört dazu um seine entgegengesetzte Ansicht über Aetos undAetoma des Tempels in ihrer Unrichtigkeit herauszustellen, wie dies späterhin am betreffenden Ortegeschehen wird. Wenn aber crvk^or- in seinem ursprünglichen Sinne als Name der hypostylenDckke und des ganzen Raumes den sie nebst den Säulen bildet, unantastbar gesichert ist, so könnteman leicht in Versuchung gerathen von der Welckerschen Ansicht der „Natur und Wahrheit welchein der ganzen Griechischen Sprache herrschen" und in Folge deren für eine horizontale
Raumdekke einzig sein würde", in der That auch eine ganz schiefe Ansicht zu gewinnen, wennman nicht anzunehmen genöthigt wäre daß der berühmte Gelehrte die so klar ausgebreiteten Beweisewie sie dafür gegeben sind, in der unbedingten Ueberzeugung seines bessern Wissens nicht der gehöri-gen Aufmerksamkeit gewürdigt habe. Die Hellenische gestirnte Tempeldekke ist auch nicht gekrümmt,sondern horizontal, obwohl sie doch Uraniskos genannt wird, und wenn Letzteres nicht erwiesenwäre, so würde man hier und dort eine solche Behauptung vielleicht auch einzig zu nennen sich be-lieben laßen.
Ueber das Schema des Planes der verschiedenen Tempelfvrmen oder Gattungen redetVitruv kein erklärendes Wort; nur die Anzahl Säulen in der Fronte und der Seite ist alles waser hierüber beibringt. Es entspricht aber ganz der höchst oberflächlichen Art in welcher er seineAufgabe behandelt daß er nur äußerlich, das heißt dem bloßen Schema der Kunstsormen nach,die verschiedenen Weisen des Hellenischen Baues unterscheidet, sich aber weder auf eine Untersuchungdes Planes vom Tempel mit Nükksicht auf die besondern Weisen, noch aus ein statisches und struk-tives Kriterien einläßt. Er ist bloß Schematiker und glaubt genug zu thun wenn er die relativenMaaße aller darstellenden Glieder und Formen aus den ihm vorliegenden Schriften Hellenischer Bau-meister excerpirt, also ein Kunstformenrecepk giebt welches jeden der nur die Formen nach ihmaufzureißen versteht, zum wissenden Baumeister machen müste. Wenn es ausgemacht ist daß die An-ordnungen die er als Norm feststellt, mit keinem einzigen noch als Ruine erhaltenen Bauwerke übcr-ein kommen, so mag höchstens das durchschnittliche Verhältniß in welchem er die Proportionen jenach den verschiedenen Ansichten seiner Autoren darüber feststellt, das Werk seiner eigenen Verglei,chung sein; auf das bauliche Material, besonders in Hinsicht statisch nothwendiger Höhenmaßeder dekkebildenden Glieder im Verhältniß zur tragfähigen Länge, also der Epistylia und Balken, diedoch bei Materialien von verschiedener relativer Festigkeit ganz und gar verschiedene Proportionenergeben müssen, wie dies auch die Attischen Bauwerke im Vergleich zu den Sicilischen handgreiflicherweisen, nimmt er gar keine Rükksicht, weil ihm das eigentlich Technische des Baues gänzlich unbe-kannt ist. Ueber den Zwekk der Cella wie des Pronavs, des Adyton und anderer Räume, also überden eigentlichen Kern der ganzen Sache läßt er sich gar nicht aus; daher auch sein gänzliches Still-schweigen über die innere Einrichtung des heiligen Hauses, deren Mittheilung gerade von weit größe-rer Wichtigkeit für die Erkenntniß der antiken Baukunst ist als alle Formenrecepte für die Aufzeich-nung der sogenannten Säulenordnungen. Wie in Allem, bloß handwerksmäßig schematisirend, ver-fährt er auch bei Eintheilung der Tempel in verschiedene Gattungen, die bloß nach der äußern Formbestimmt werden. Er beginnt mit der Form welche die wenigsten Säulen zeigt, und läßt nur dieHäufung der Säulen als Stufenleiter der zunehmenden Veränderung dienen, ohne für den veränder-ten und vergrößerten Planraum irgend eine Nothwendigkeit aus Gründen des Kultgebrauches vom