Band 
Erstes Buch.
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Tempel im Ganzen, wie für die hinzugefügten und erweiterten Räume im Einzelnen, ein inneresaus anderweitigen Zwckken hervorgehendes Gesetz dieser Veränderung angeben zu können. Ebenso wenig weiß er über die Unterschiede der Kunstformen jeder Weise irgend etwas beizubringen. Den-noch ist es ein Glükk zu nennen daß er hin und wieder doch manche Andeutung aus seinen vorliegen-den Quellen aufgenommen hat in welchen noch wichtige Winke über Ursprüngliches eingeschlossen liegen,wenn sie auch ganz verloren mitten inne stehen und gewöhnlich einer weitläufigen Emendation bcdür,fen um sie der Corruption entkleiden zu können. Dies ist auch der Grund weshalb bei Entwikkelungder Tektonik in vorliegendem Werke auf Vitruv nur da Rükkstcht genommen ist, wo er Anhaltpunkteund Aufschlüsse gewähren kann die anderweitig zu begründen waren.

3) Um ein ganz bekanntes und wohlerhaltenes Beispiel anzuführen, so zeigt der Parthenon ,welcher so oft von den Neuern als Zeuge für allerlei ihm untergelegte Idealformen angezogen wird,obwohl zu Innen und Außen in Dorischer Kunstformenweise gebildet, diese Ablösung des Peripteronvon der Cella in zwei charakteristischen Erscheinungen. Cella, Pronaos, Opisthodomos und Posticum findeinerseits durch besonderen Stufcnunterbau andrerseits durch den Neliefzug über dem Epistylionwelcher den innern Bau umfaßt, gänzlich vom Peripteron abgeschlossen und für sich gültig gemacht.Noch schärfer tritt dies beim Poseidontempel zu Pästum hervor, bei welchem die Cella gegen 6 Fußhöher liegt als das Peripteron. Vgl. d. Zeichnungen.

4) vexier, I'Asie mineur UI. 28 zu Aizani.

5) Vitruv IV, 2, 4 berichtet zwar laut der in seinen Quellen ihm noch überkommenen Tra-

dition: es bilden die Triglyphen nach der Ansicht Einiger Fenster, tsnestrg, um imagine« esse tii-gl^plio«, allein bei seiner Unkennlniß vom Wesen der Hellenischen Baukunst und seiner Entfernungvom Ursprünglichen, erklärt er dies für einen Irrthum und kann sich nicht denken daß dies auf bei-des, auf Triglyphen und Metopen, zugleich deshalb gehen müsse weil eine Metope nur mit zwei Tri-glyphen zur Seite möglich ist, weshalb sie auch bei Spätern genannt wird;

eben so ist die Ope der Thüre oder des Fensters überall nur mittels und zwischen Parastaden zu be-zeichnen, seien dies nun ausgesprochene Pfeiler oder bloße Antepagmente. Die Bezeichnung Metopekann sich aber nur von /eer« und orr,)> was zwischen und mit Anderm eine Ope bildet, herleiten.

6) Vitruv . IV, 3, 1 8<i. und hier hebt er auch die Gründe heraus welche sicher in seinenQuellen für die Verwerfung der Dorischen Weise angeführt werden: quoll impellitg est lli8>ributio et in-commollo in vpero trigl^pkorum et lacunariorum etc. wo sich latunariorum nicht, wie viele Neuerefälschlich annehmen, auf die vi»e unter der Corona oder dem Geison, sondern auf das beziehen wasVitruv überall unter diesem Worte begreift, auf die Dekke, Balken und Kalymmatien des gesäultenRaumes; denn gerade die ursprüngliche Anlage der Dekken wie sie im I Buche gegeben ist, verlangtehinter jeder Triglyphe einen Balken, wobei mit den Abständen der Triglyphen die Balken enger oderweiter gelegt werden musten. Lacunarien freilich wie sie beim Parthenon und andern Monumen-ten so großen Maßstabes vorkommen, musten deshalb vom Epistylion entfernt und über das Trigly-phon gelegt werden, weil man praktischer Weise keine Balken von der Höhe des Triglyphen arbeiten,dennoch aber das Dorische Schema des Baues äußerlich festhalten wollte.

7) ^tden. XV, 20.

2. Krepidoma.

Was für das Krepidoma*) oder den gesamten Stufenunkerbau hinsichtsseiner technischen Verhältnisse beim Dorischen Baue gesagt ist, gilt auch hier. In deko-rativer Hinsicht verliert jedoch die oberste Stufe den Begriff der einzigen und gemein-Jonika rc. ,c. 2