bestätigen vollkommen diese Angabe und der einzige entscheidende Anhalt zeigt an demältesten übrig gebliebenen Werke Korinthischer Form, an dem mehrfach erwähnten Lysi-krateömale, noch heute eine Ionische Corona über Korinthischem Säulenbaue. Inzwi-schen ergeben dennoch alle Baureste daß sich endlich eine Form festsehte welche man zumUnterschiede von der reinen Ionischen wohl die Korinthische Form des Geison nen-nen möchte, obgleich der Unterschied beider nur dadurch bezeichnet werden kann daßman dem Korinthischen Geison die nach involutirtem Schema gezeichneten und rea-ler in der Form für ihren Begriff entwikkelten GeisipodeS oder Mutuli zuerkennt, welchein ihren wettern Abständen ausgetiefte Felder mit hängenden Rosen und Blattkelchenzeigen, während für die Ionische Corona die gerade vorspringenden ungebogenen Gei-sipodes bezeichnend bleiben, wie dies schon bei der Formation des Ionischen Geisonzur Genüge erörtert ist; diese Form zeigt in der That auch die eigenthümliche eklektischeMischung Dorischer und Ionischer Gedanken darin, daß die Mutuli den Begriff desvorspringend Tragenden der Ionischen GeisipodeS, jene hängenden Blumen zwischen ihnenaber das herabhängend Schwebende der Tropfen unter den Viä deö Dori-
schen Geison festhalten. Ohnerachtet seiner abweisenden Erklärung berechtigt selbst Vi-truv hierzu; denn wenn er das Eklektische des Korinthischen Oberbaues damit bezeich-net daß dieser entweder eine Dorische oder Ionische Corona empfange, muß nothwendigerWeise eine Corona welche das Wesen beider in sich zu vereinigen strebt, die festere undbezeichnendere Form sein, wie sie dies auch endlich und vornemlich dadurch geworden zu seinscheint daß man den Korinthischen Mutuli, wenn auch nur als Schema und in sehruntergeordnetem Größenverhältniß, die Ionischen gerade vorspringenden GeisipodeSunterfügte. Uebereinstimmend mit dem Ionischen ist übrigens noch der wohl zu bemer-kende Umstand daß die Korinthischen Mutuli, die allein doch Ursache sind weshalb sieVitruv für Schemata hält welche aus dem Holzbaue übertragen worden wären, nichtgeneigt wie die Dorischen Viä und die Sparrenfüße des Holzbaues, sondern gleich denIonischen GeisipodeS waagerecht vorspringen; ein Umstand den Vitruv bei seiner Hy-pothese ganz und gar übersehen hat. Was dieses involutirte Schema der KorinthischenMutuli anbetrifft, so kann es wohl keinem Zweifel unterliegen daß es nicht erst von denRömern erfunden sondern nur von ihnen übernommen und eine ächt HellenischeForm sei, wenngleich sich kein frühzeitiges Beispiel davon im Hellenischen erhalten hat.
Beim Ionischen Geison ist es schon ausgeführt und mit dem unter allen am merk-würdigsten Geison vom Tempel des Jupiter Stator zu Rom hinlänglich belegt, wie derganze Schnitt des Korinthischen Geison, seine Mutuli und deren Zwischenfelder, nur ausstatischen und struktiven Bedingungen beim Geison des Steinbaues allein entsprangenund wie die einzige Wahrheit in jener Vitruvischen Hypothese nur die sein könne: daß die
Korinthiaka. ^ 6