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stehen dagegen in der Zwischenzeit für solchen Zwekk gänzlich leer und für jeden Kultakt un-benutzt. So wurde der Parthenon nur an d.en großen Panathenäen, das Olympieion nurjede Olympias gebraucht. Wenn sie nun auch an diesen Festtagen durch eine glanz-volle Ausstattung für den Besuch, für die Schau der festfeiernden Menge besondersberechnet und hierfür ganz eigen zugerüstet waren, so sind sie doch räumlich nicht soeingerichtet um einer großen Menge auf einmal Raum im Innern darzubieten, son-dern nur so viel Menschen zu fassen wie an dem Feierakte Theil nehmen der in ihnenvorgeht. Diese Anzahl aber ist im Verhältnisse eine sehr geringe und die übrige Mengebesucht nach und nach den heiligen Raum. Diejenigen Tempel dagegen welche eine die-ser ganz entgegengesetzte Bestimmung haben, nämlich einer möglichst großen AnzahlPersonen Raum zur Schau und Theilnahme an der Kultfeier zu gewähren, also die so-genannten Megara oder Weihehäuser, sind von dieser Untersuchung fürs Erste aus-geschlossen.
Betrachten wir zunächst im Allgemeinen das Innere des Tempels, den eigent-lichen Naoö oder die Cella welche das Kultbild der Gottheit aufnimmt.
Naos oder Cella. Der Hellenische Tempel überhaupt ist ursprünglich nurzum Sitze und zur Verehrung einer einzigen Gottheit bestimmt; nach dieser erhält erseinen besondern Namen; seine Cella dient um das geweihte Bild derselben nebstseinem Altare in sich zu fassen').
Bei den Hellenen haben nun Kultbild und Cella den Begriff des Unschaubarenund Unbetretbaren, des Atheaton und Adyton , für Jeden welcher nicht die Reinigung undWeihe, die Katharsis, vollzogen hat die durch den heiligen Brauch geboten ist, dkr sichmithin nicht geistig wie leiblich zur Theilnahme am Gottesdienste und zur Anschauungdes Heiligen im Tempel vorbereitet hat^). Dies gilt ohne Ausnahme für einenJeden, sowohl für den profanen Mann als für den Priester selbst. Wer diese Ka-tharsis vollzogen hat kann ohne Weiteres zur Schau des Kultbildeö, zum Opfer undGebete in das Heiligthum eintreten; wer sie aber unterläßt und dennoch in das heiligeHaus eintritt, begeht ein Sacrilegium, mag er sonst auch ein reiner und unbeflekkterMensch sein. Nur in manchen Tempeln giebt es einen einzelnen durch Wände odermindestens Teppiche abgesonderten und nicht schaubaren Raum, der ein Adyton im engstenSinne des Wortes für jeden Profanen ist auch wenn er sich geweiht hat, und nurvom Priester allein betreten werden darf^). Völlig verschlossen und unnahbar aber ist jedesHeiligthum für denjenigen der nicht reines Gemüthes und Wandels, mit Blutschuld oderoder Unkeuschheit der Sitte beflekkt ist, auf dem überhaupt ein so großer öffentlicher Makelruht daß er für einen Atimos erklärt ist. Denn ein solcher ehrloser Mensch entheiligt dasKultbild durch seinen Anblikk, er beflekkt den geweihten Boden durch seinen Fuß. Wagter es aber dennoch den heiligen Raum zu betreten und „zu schauen was ihm unter-