5
sagt ist", so folgt ihm nach dem Glauben der Alten die göttliche Strafe auf dem Fuße.Mit großer Strenge überwachte der Staat selbst die Entweihung der heiligen Stätteund die Solonifchen Gesetze verhängen harte Strafen über solchen Menschen wenner etwa das Heiligthum betreten sollte. Jedem der einen Atimos hier zufällig trafwar es erlaubt ihm die ärgste Mißhandlung und Beschimpfung „mit Ausnahme desTodtschlags" anzuthun, ohne daß er den Schutz der Obrigkeit dagegen ansprechendurfte''). Indem überhaupt der Atimos von allen heiligen und profanen Rechtenausgeschlossen war, so war ihm auch die Theilnahme an jedem Gemeindefeste außer-halb des Heiligthumö untersagt, er durfte keinem Festzuge beiwohnen, indem eö ihmnicht erlaubt war einen Kranz zu tragen.
Aus diesen Gründen nun, um das Knltbild vor jedem entweihenden Anblikkezu bergen und dasselbe mit seiner ganzen Stätte in feierliche Stille und Abgeschlossenheitzurükkzuziehen, ist sein Wohnsitz mit geschlossenen Wänden so hoch umbaut alseö nöthig ist dasselbe völlig zu verhüllen und dem Anblikke von außen zu entziehen.Es ist dieses Umbauen des Bildes von den Alten nach Pollux I.i, 11 sehr treffendmit röv -rr»tk(>/«<7«<7,Acrt bezeichnet. Innerhalb dieses Raumes wird
der unblutige Opferaltar errichtet, das Kultbild alsdann hinter letzterem auf einer durchBildwerk bedeutsam charakterisirten Basis, Ba thron, erhaben aufgestellt. Der Ortum das Bild herum wird mit Schranken oder Gittern als Kapelle umschlossen undzum Adyton oder Abaton gemacht, so daß er nicht betreten werden kann, denn er ist derallerheiligste in der Cella, der eigentliche Sitz, LSos, des Bildes; jedoch wird Hedoö auchso wohl für das Götterbild als für sein Bathron, ja für das ganze Heiligthum gebraucht.
Was die Ausdehnung dieses Raumes und dessen Gliederung in einzelne Ab-theilungen angeht, so ist hierbei eine Cella der in Rede stehenden Tempelgattung niemalsvon einer solchen Bedeutung im Maßstabe und einer Anordnung im Räumlichen daß sieviele Menschen fassen konnte und sollte. Denn wenn gleich eine Cella wie die des Parthe-non oder des Olympieion zu Olympia, auch dem ganzen Volke an den großen Festtagen so-wie dem Einzelnen jederzeit zur Schau offen stand, so geschieht doch der Besuch der Mengeim Zu - und Abgehen; es giebt auch keinen Kultakt hier welcher für die Gegenwart undTheilnahme einer bedeutenden Anzahl Personen berechnet wäre; da der Archonten,der Priester, oder derjenigen Festgesandten die außerdem zur Verrichtung eines beson-dern Weiheopfers oder zur Aufstellung eines Anathema im Tempel außer der Festzeiceinzeln Zutritt haben, nur wenige sind, und die großen Festopfer die den Festschmausbilden und an denen das Volk gemeinsam Theil nimmt, nie im Tempel sondernaußerhalb desselben, gewöhnlich im Tempelbezirke, verrichtet werden wie weiter untengezeigt wird. Für solche sind die großen Brandopferaltäre bestimmt an denen die He-katomben geschlachtet und verschmaust werden; von kleineren Brandopferaltären be-