Band 
Erstes Buch.
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findet sich jedes Mal einer vor dem PronaoS; im Tempel selbst aber ist von einem blu-tigen Opferakte nicht die Rede, hier geht nur ein Opfer vor bei dem man Opferfladen,Früchte und Rauchwerk darbringt, daher hier nur die kleinen nach Art der Raucherge-rathe gebildeten Altäre. Daß aber diese Gattung Heiligthümer für eine Festschau in obigerWeise bestimmt war, beweist die glanzvolle Ausstattung derselben. Denn es ist derGedanke der Alten daß sich demjenigen welcher zur Schau des Heiligsten eintrat, dasselbedann auch als das Höchste und der göttlichen Hoheit Würdigste darstellen solle was nurmenschlichem Gedanken und werkthätiger Künstlerhand hervorzubringen verliehen wordenwar. Und daher die erstaunenöwerthen Mittel welche die Kunst der Alten in diesemRaume wie in eine Spitze zusammendrängte und entfaltete, sowohl die Mittel welche dasrein Bauliche der Anlage betreffen, als auch die welche das Kultbild und die nicht zurArchitektur im engern Sinne gehörige Ausstattung angehen^).

Diese Ansicht die über Begriff, Zwekk und kunstvolle Ausstattung des Tempels auf-gestellt ist und im Laufe der Untersuchung weiter cntwikkelt wird, leidet eine völlige Ausnahmevon Seiten derjenigen Gattung geheiligter Bauwerke welche geradezu den Gegensatz derin Rede stehenden bilden und eine bedeutende räumliche Ausdehnung des Innern haben;dies sind die sogenannten Megara oder Weihehäuser; denn diese sind zum Zwekke derFeier von Mysterien und ähnlichen Kultbräuchen bestimmt, bei denen sich eine große MengeMenschen zur Theilnahme und Mitwirkung an der gemeinsamen Feier zusammenfindet;einer Feier die gewöhnlich den chthonischen Göttern gilt, theilweise eine nächtliche ist undgeheim, so zu sagen hinter verschlossenen Thüren begangen wird. Es faßte z. B. dasMegaron der Demeter zu Eleusis nach Einigen 6000 Personen, nach Slrabon aberso viel Menschen als ein Theater. Doch findet es sich selbst bei diesen oft daß diegeheimsten Gebräuche der großen Menge nur mittelbar zu Theil werden, indem sie bloseiner gewissen Anzahl Erwählter obliegen die dieselben im Innern des Heiligthumöim allerheiligsten Raume verrichten, welcher deshalb den Begriff des Adyton im engstenSinne hat da er nur den Priestern schaubar ist. Die innere Ausstattung solcher Me-gara oder auf den Geheimdienst bezüglicher Heiligthümer ist daher ein Geheimes vondem niemand reden darf, schweigen begreiflicher Weise auch die Quellen hierüber.Wenn es aber bei solchen Gebäuden mehr auf die Anschauung der Sacra als auf dieglänzende und kunstvolle Ausstattung der Cella mit kostbaren oft kolossalen Götterbilderankömmt, so läßt sich vermuthen daß eine solche Ausstattung eben deshalb auch mehrin den Hintergrund gedrängt und deren Stelle von den Vorgängen der heiligen Feier ein-genommen worden ist. Wo also dort der Raum mir glänzenden Götterbildern und Ana-thematen ausgefüllt ist, wird er hier von der versammelten Menge eingenommen.

Agalmata. Was die Ausstattung des Tempels durch Agalmata°) angeht, so istvorhin erwähnt daß oft nur ein Kultbild im Tempel sei. So befand sich im Parthenon