Sechstes Capitel.
Mathematische Wissenschaften bey den Türken.
Einige Strahlen von der Wissenschaft der Araberdrangen durch zu den Türken. Seit der Gründungihres Reichs gegen das Jahr 1220 n. C. G. bilde-ten sich bey ihnen Mädräs oder Schulen, in wel-chen man in der Geometrie und Astronomie Unter-richt gab und noch heutzutage gibt. Der erste Stoßbrachte anfangs die Türken in allen Theilen der Ma-thematik weit genug. Allmählich aber ließen sie nach, -wie ihre Lehrer. Die Türken sind indessen auch heut-zutage nicht völlig so unwissend, wie man gewöhnlichglaubt. Ein italienischer Schriftsteller, Toderini, inseiner Schrrft OeUa lur^uoscu. ver-
sichert, daß sie in der Arithmetik wohl bewandertsind, daß sie ihre Zahlenrechnungen mit außerordent-liclrer Fertigkeit führen; daß einige unter ihnen esin der Algebra eben so weit gebracht haben, als wir;daß die Geometrie mit Erfolg in ihren Mädräs ge-lehrt wird; und Laß sie auch die Astronomie culti-viren, aus zwey mächtigen Beweggründen, von denen