Geschichte der Analysis.
7
beyden Wurzeln alsdann addirke, mögliche Größenzum Resultat erhielt. Man ist nachher durch einfa-chere und mehr dirccce Mittel auf eben dieselbe Schluß-folge gekommen; aber dieser erste Versuch von Bom-bellr war für die damalige Zeit ein großer Fortschritt inder Auflösung der Gleichungen.
Es war natürlich zu denken, daß die Methodenfür den dritten und vierten Grad sich noch weiter er-strecken , oder wenigstens neue Aussichten über dieFormen der Wurzeln in den höhern Graden, als demvierten, eröffnen müßten. Allein wenn man die Glei-chungen ausnimmt, welche durch Umformungen desCalculs in der letzten Auflösung sich auf die vier erstenGrade zurückführen lasten: so hat die Kunst der Auf-lösung der Gleichungen im Allgemeinen und in völligerScharfe, seit den hier erwähnten Arbeiten der Italie-ner, keine weitcrn Fortschritte gemacht.
Maurolycus (geb. 1494, gest. 157z), Abtdes Klosters St. Maria a Partu in Sicilten, war inallen Theilen der Mathematik wohl bewandert; beson-ders aber beschäftigte er sich mit einem andern damalsfast unbekannten Zweige des analytischen Calculs, näm-lich mit der Summation mehrerer Aahlreihen, z. B.der Reihe der natürlichen Zahlen , der Qnadratzahlen,der Triangularzahlen u. s. w. Er gab hierüber The-oreme, die sich durch Feinheit der Erfindung und Ein-fachheit der Resultate auszeichnen.
Man sieht, wir lasten auswärtigen Gelehrtengerne Gerechtigkeit widerfahren. Dieselbe Billigkeiterbeischt, daß man einem unserer berühmten sandSleute,dem Vieta (geb. 1540, gest. iüog) den Ruhm zugesteht,