Band 
Zweyter Theil.
Seite
62
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62 m. Zeitraum. 4. Capitel.

ben. Die Alten schrieben das Aufsteigen des Wassersin den Pumpen dem Abscheu der Natur vor dem Leerenzu. Galilei gab den Fontainenmeistern diese Ursachean, indem er noch in Beziehung auf den gegenwärti-gen Fall hinzusetzte, daß der Abscheu der Natur vordem Leeren aufhörte, wenn das Wasser bis zu derHöhe von zwey und dreyßig Füssen gestiegen wäre.Diese Erklärung wurde als ein Orakelspruch angesehen,und niemand unterstand sich, derselben zu widersprechen.Wie aber Galilei weiter darüber nachdachte, arg-wöhnte er, daß dieser Abscheu der Natur vor demLeeren und diese Gränze, welche er demselben gegebenhätte, nichts weiter als Chimären wären. Ergingindessen nicht weiter; und wenn er gleich die Schwereder Luft durch Versuche einer andern Art zu kennen an-stng, so kam er doch nicht auf den Gedanken, dieseals wirkende Ursache auch hier anzuwenden.*)

Sein Schüler, Torricelli, meynte, daß das Ge-wicht des Wassers seinem Aufsteigen in den Pumpenhinderlich seyn könnte: eine einfache und glücklicheIdee, und die mit dem System von dem Abscheu vordem Leeren nicht vereinbar war. Denn wie hätte dasGewicht des Wassers diesem Abscheu Gränzen setzenkönnen? Durch diesen Lichtstrahl geleitet, stellte er miteinem Instrumente, aus welchem das gewöhnlicheBarometer seine Gestalt und feine Entstehung erhal-ten hak, einen dem mit den Pumpen analogen Versuchan. Erfand, daß das Quecksilber, dessen Gewicht

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