Band 
Zweyter Theil.
Seite
78
JPEG-Download
 

78 IN. Zeitraum. Z. Capitel.

nommenen Calendersysteme waren zwey kleine Irrthü-mer, Leren Wirkungen in einer langen Reihe von Jahr-hunverrcn angewachsen und dadurch sehr beträchtlichgeworden waren: erstlich, daß die sänge des Son-Neujahres z6g Tage 6 Stunden betragt; zweyrens,daß 2Z5 Mondcnmonate gerade iy Sonnenjahreausmachen. Die erste Vorausschung ist fehlerhaftdurch einen Ueberschuß von ungefähr elf Minuten,und die Folge derselben war, daß die Frühlingsnacht-gleiche, welche im Jahre Z2z auf den 21. März ge-fallen war, im Jahre 1532 auf den n. März siel.In der zweyten Voraussehung besteht der Fehler ineinem Mangel. Gegen die Mitte des sechszehntenJahrhunderts gingen die durch den Calcnder ange-zeigten Neumonde den wahren durch die Beobach-tungen gegebenen Neumonden um vier Tage zuvor.

Man kannte seit geraumer Zeit die Fehler desCalenderS, und man harte mehrmals, aber immerohne Erfolg, sie zu verbessern sich bemüht. Diegroßen Fortschritte der Astronomie im sechszehntenJahrhundert ließen Gregor XHl. der überdies durcheine glänzende und nothwendige Reform, die seinenVorgängern fehlgeschlagen war, seine Regierung be-rühmt zu machen strebte, einen glücklichern Erfolghoffen. Er forderte also feyerlich die Astronomenaller christlichen Länder auf, über die Mittel, denCaleuder zu verbessern, und ihm eine genaue unddauernde Gestalt zu geben, ihre Gedanken vorzu-bringen.

Diese Einladung erzeugte eine Menge von Vor-schlagen, unter denen der eines veronesischen Astro-