234
Ueber Pa«cal«
Seine erhabene Seele und sein gerader Sinn sahenin allen diesen Milderungen nichts weiter als durchdie Noth erfundene, in den Augen der Menschen ver-dammliche und ächter Vertheidiger der Kirche durch-aus unwürdige Ausflüchte. Man antwortete aufdiese Vorwürfe dadurch, daß man ausführlich undauf eine sinnreiche Weise die Mittel erklärte, wie mandas Formular unterschreiben könne, ohne das Ge-wissen zu verletzen, und vielleicht auch ohne derRegierung zu misfallen. Allein alle diese Erklärun-gen bewirkten in Pascals Meynung keine Verände-rung: sie hatten sogar eine entgegengesetzte Wirkung,und veranlaßten einige Erkaltung in seinen Verbin-dungen mit den Einsiedlern von Port-Royal. Diesekleine Uneinigkeit, welche man von beiden Seitennicht verhehlte, veranlaßte in der Folge einen sehr'sonderbaren Misverstand, woraus die Jesuiten Vor-theil ziehen wollten. Beurier, Pfarrer von Set.Etienne du Monk, ein frommer, aber übrigens wenigunterrichteter Mann, der Pascaln in seiner letztenKrankheit geistlichen Beystand leistete, hatte diesenberühmten Mann unbestimmt sagen hören, daß ernicht wie die Einsiedler von Port-Royal über die Ma-terie von der Gnade dachte, und glaubte, daß dieseWorte bedeuteten, daß er wie ihre Gegner dächte.Ihm fiel nicht ein, daß man mehr Jansenist seynkonnte, als Nicole und Arnaud. Drey Jahre warennach Pascals Tode verflossen, als Beurier auf dasdunkle Zeugniß seines Gedächtnisses dem Erzbischofvon Paris, Harduin dc Perefire, einem heftigemMolimsten, schriftlich atrestirte, daß Pascal ihm gesagt