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Die Fachgenossen namentlich mögen die Unsicherheit dernachfolgenden Urtheile und Erörterungen wohlwollend ent-schuldigen. Wenn ein Mann, der neben den ersten Mathe-matikern aller Zeiten sein eigenes Maas von Grösse behaup-tet, in grossartiger Bescheidenheit der Schwierigkeit Aus-druck gegeben hat, die Leistungen eines ihm nahestehendenMitstrebenden zu schildern. so wird man leicht begreifen,dass ein Aehrenleser auf dem von Steiner angebauten wei-ten Felde nur mit zagender Hand ein Bild der von ihmgewonnenen reichen Ernte zu entwerfen versuchen kann.
Die frühesten Arbeiten Steiners, die zum Theil in Ger-gonne’s Annalen, zum Theil in den ersten Bänden desCrelle’schen Journals erschienen sind, verrathen noch nichtden bahnbrechenden Genius, aber sie bekunden bereits denMeister im vielseitigen Anschauen gegebener einfacher Fi-guren. Einige der Abhandlungen, so namentlich die reich-haltigen »geometrischen Betrachtungen« im ersten Bandedes Crelle’schen Journals, bilden eine mustergültige Be-handlung der Eigenschaften von Kreisen und Kugeln, zu wel-cher das zweite Kapitel des später erschienenen geistreichenSchriftchens »die geometrischen Constructionen, ausgeführtmittelst der geraden Linie und eines festen Kreises« ge-wissermassen als Einleitung dienen kann. Dass seine Spür-kraft schon damals tiefer tauchte, als Andere mitstrebende,zeigt neben der Inangriffnahme mancher neuer Problemedie ohne Beweis publizirte Lösung der von ihm verallge-meinerten Malfatti’schen Aufgabe. Arbeiten neueren Datums,die den von ihm eingeschlagenen Weg weiter verfolgten,haben gegenüber den Nörgeleien anderer Mathematiker eineglänzende Rechtfertigung Steiners gegeben.
Gerechte Anerkennung hat seine Abhandlung: »Ver-wandlung und Theilung sphärischer Figuren« gefunden, ob-schon er freilich später selbst gestand, dass man seiner