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Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
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Geschichte.

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lichcS enthaltende Zusammenstellungen der Beobachtungen und An-sichten ihrer Vorgänger. Mnsschenb rök, der einzige von ihnen,

^ der neue Versuche angestellt hat, beging große Fehler. Der theo-! rctische Theil ihrer Arbeiten beschränkt sich auf eine Verbindung der' ncmtonschcn Attractionslchre mit der Cohärenz der Flüssigen. Ihre! Ansicht ist ungefähr folgende:

Wenn iVl und die Anziehungen des Flüssigen auf den festenKörper und der festen Theile gegen einander sind, so ist der Stand in! Haarröhrchen über dem Niveau, wenn lVl größer wie N, und unter! dem Niveau, wenn l>I kleiner wie l>>. Da nun die meisten Flüssigkeiten^ in Glas- und Metallgefäßen über dem Niveau standen, das schwereQuecksilber aber unter dem Niveau, so schienen diese Anziehungenvon dem specifischen Gewichte, also auch von der allgemeinen Gra-vitation abhängig zu sein. Daß nach Gellert geschmolzenes Me-tall in GlaS unter dem Niveau, und Quecksilber in Röhren vonGold über dem Niveau stehen, stimmt ebenfalls recht gut damitüberein. Zwar steht Quecksilber auch in dem specifisch leichtern Sil-ber höher, aber Clairaut fand, daß nicht lil-lV, sondern^ das Maß der Anziehung sei, also ein Ansteigen immer statt finden' müsse, wenn in dem Flüssige» daS specifische Gewicht nur nicht dop-I pelt so groß ist, wie im Festen. Diesen Satz stellt der bekannte! Astronom La lande populär dar. Aber daß Alkohol und Aetherj trotz ihrer Leichtigkeit in Glasgefäßen niedriger stehen, als Wasser,

' drohte der ganzen Theorie den Untergang, und Lalande war genöthigt^ anzunehmen, daß die verbrennlichen Körper einen Dampf ausstoßen,der sie von dem Glase entfernt hält und ihr Ansteigen vermindert,

^ also eine von der Schwere ganz verschiedene Kraft. Viele Ver-! suche mit Haarröhrchen und Tropfen haben Musschenbrök, mitAdhäsionsplatten Morveau, Besile und Achard angestellt. Aberam bedeutendsten ist die Beobachtung von Dutvur, daß das Ge-> wicht, welches eine ben etzbare Adhäsionsplatte von der Oberstächeeiner Flüssigkeit abzieht, von dem Stoffe der Platte ganz unabhän-! gig ist. Mehrere wichtige Sätze gehen daraus hervor: daß man! mit den Adhäsionsplatten und Haarröhrchen nicht die gegenseitige! Anziehung des festen und flüssigen Körpers messe, sondern die der^ flüssigen Theile auf einander allein; ferner, daß die Wirkungssphäre! dieser Anziehung sich nicht in bemerkbare Entfernungen erstrecke.^ Jedoch war man sich dieser Resultate nicht ganr bewußt.