Buch 
Die Lehre von der Cohäsion, umfassend die Elasticität der Gase, die Elasticität und Cohärenz der flüssigen und festen Körper und die Krystallkunde : nebst vielen neuen Tabellen über alle Theile der Cohäsionslehre, in's besondere über die Elasticität und die Festigkeit / von M.L. Frankenheim
Entstehung
Seite
183
JPEG-Download
 

Adsorption der Dampfe.

18 »

über Dampfen verschiedener Stoffe manchen Aufschluß über die Ad-sorption erlangt haben.

§. 187. Ueber die Quantität der absorbirten Dämpfe sinddie Angaben sehr dürftig. Bei Aether und Weingeist würde siesich durch das Gewicht finden lassen, aber bei vielen andren Stof-fen ist sie so gering, daß man ihr Dasein nur durch den Gerucherkennt. Dieses ist freilich ein trügliches Kennzeichen, indem Koh-lensäure und Wasser selbst, die in großer Menge adsorbirt seinkönnen, ganz verborgen bleiben, während Moschus und andre äthe-rische Oele, die in einer für die Wage unmerklichen Quantitätaufgenommen werden, unsre Sinne sehr stark anregen. Indessengiebt uns doch der Geruch eine annähernde Schätzung für die re-lative Quantität einer riechenden Substanz in verschiedenen adsor-birenden Stoffen. Da findet sich denn, daß diejenigen Stoffe auchauf die übrigen Dämpfe mit größerer Stärke wirken, welche denWasserdampf in grösserer Menge adsorbiren. Stark adsorbirendsind also: Kohle, gebrannter Thon oder Gyps, Wolle, Baumwolle,Pelzwerk, Federn, Papier, Holz und die meisten andren porösenStoffe organischen Ursprungs.

Ueber die Adsorption des Dampfes von erhitztem Kampher hatStark (Übst. ll'i'uimuot. 1833. p. 300.) einige Versuche angestellt.In Seide ist nach ihm die Adsorption am stärksten, dann folgender Reihe nach Wolle, Baumwolle und Kartenpapier. In Bezie-hung auf die Farben finde aber eine merkwürdige Uebereinstim-mung zwischen den Fähigkeiten, Wärme und Dämpfe zu adsorbiren,statt. Beide nämlich seien am stärksten bei der schwarzen Farbe,dann komme Blau, Braun, Orange, Gelb und zuletzt Weiß. Daßdie Farben als solche keinen Einfluß auf die Adsorption vonDämpfen haben können, bedarf keines Beweises, und wenn wirklichdie Adsorption in schwarzen Stoffen größer ist, als in weißen, sokann dieses nur von einer durch den Farbestoff erzeugten Ver-änderung in her chemischen Beschaffenheit oder in der Textur her-rühren. Aber Stark hat gar nicht die Adsorption beobachtet, son-dern nur eine Sublimation, und die Kamphertheile, deren Quantitätzuweilen 0,3 des Gewichts des porösen Stoffes betrug, befindensich gewiß nicht in demselben Zustand, wie ein adsorbirter Dampf,sondern unstreitig als ein Aggregat kleiner Krystalle im Innern derSeide u. s. w. Diese stärkere Präcipitation auf die auch die Wär-