206 Cohären; der Flüssigen, Bewegung.
I. Bewegung eines Flüssigen an festen Wänden.
§. 217. Die technische Wichtigkeit der Bewegungen des Was-sers hat seit Torricelli's Zeit eine Menge von Untersuchungenveranlaßt, durch welche ziemlich genau die Größe der Reibung vvuCylindern oder Schiffen an Wasser, und die Geschwindigkeit, mit dersich das Wasser durch Kanäle oder durch Wandöffnungen bewegt, be-kannt geworden sind. Aber ihre Gesetze zu kennen, ist man nochweit entfernt. Die Formeln sind bloß empirisch und weichen vonden Beobachtungen ab, sobald man Dimensionen anwendet, welchevon denen, aus welchen die Formeln abgeleitet sind, etwas abwei-chen. Sie haben daher, bis alle genauen Beobachtungen von neuemberechnet und durch Versuche ergänzt sein werden, nur ein techni-sches Interesse, und ich beschränke mich hier auf einige Hauptsätze.
Wandöffnungcn.
§. 218. Die Geschwindigkeit, welche Wasser, das aus einerOeffnung in einer dünnen Wand stießt, nach einer bloß auf derSchwere beruhenden Rechnung annehmen würde, istn 2 Ab.
Wenn v die Geschwindigkeit eines WasscrtheilchenS,
st die Höhe des Wasserspiegels über der Oeffnung,x Tu 9809 Millimeter, die Beschleunigung eines fal-lenden Körpers in einer Secunde ist.
Die aus der Oeffnung tretenden Wassertheile sind verschiedensowohl in der Druckhöhe ti, als in der Richtung ihrer Bewegung. Vonder ersten kann man absehen, wenn der Durchmesser der Oeffnunggegen die Höhe st verschwindet. Die Unterschiede in der Richtunghaben aber einen beträchtlichen Einfluß auf die Totalgeschwindigkeit.Die Theilchen kommen mit convergirenden Richtungen an der Oeff-nung an, dort stoßen sie auf einander und die Theile ihrer Bewegun-gen, welche der Fläche der Oeffnung parallel sind, heben einanderauf. Wenn die ursprüngliche Richtung mit der auf der Oeffnungsenkrechten Linie den Winkel c macht, so bleibt von der anfängli-chen Geschwindigkeit v nur vi übrig, indemvi^ — ZZst Oosin^. (i.
Die mittlere Geschwindigkeit o des ganzen Strales be-steht aus der Summe dieser elementaren Geschwindigkeiten. Diese