LOÄ Cohärenz der Flüssigen, Bewegung.
tungen zu schließen, unbedeutend. Die Synaphie ist also ohne be-trächtlichen Einfluß.
§. 221. Ein Theil der kleinen Variationen, welche man wahr-genommen hat, rührt wahrscheinlich voit der Dicke der Wändeher. Ist diese sehr beträchtlich, so strömt die Flüssigkeit nicht auseiner Wandöffnung, sondern aus einem Kauale. Eine Dicke vonbestimmter Größe entfernt die Eigenschaften einer Oeffnung um somehr von denjenigen einer dünnen Wand, je enger sie ist.
Wie beträchtlich aber selbst eine geringe Dicke auf die Ge-schwindigkeit einwirkt, hat man an dirccten versuchen mit kurzenAnsatzröhren gefunden. Hier tritt die Cohäsion wieder in ihreRechte. Denn wird die Wand benetzt, so wird der nach seinemkleinste» Querschnitte hin convergirende Stral erweitert, sein Durch-messer wird dem der Röhre gleich Und kann nicht nur cylindrisch,sondern sogar etwas divergircnd gemacht werden. Erst bei einergewissen Divergenz, die um so größer sein kann, je kleiner die Ge-schwindigkeit des Ausflusses ist, löst sich die Flüssigkeit von denWänden der divergircnden Ansatzröhre ab und geht in selbstständi-ger Form durch die Oeffnung. Die Unterschiede zwischen jenemMaximum der Divergenz und der Gestalt der Vcna coutraeta scheintmit der Synaphie zuzunehmen. Denn nach Hachette^s Versuchenkann man die Divergenz des Wassers stärker vermehren als diedeS weniger cohärircnLen Weingeistes. Bei Quecksilber ha-ben kurze cylindrische Ansatzrökiren von Glas-und andren damit nichtbenetzbaren Substanzen wahrscheinlich gar keinen Einfluß.
§. 222. Es giebt keinen Theil der Physik, bei dem die Ver-suche so mannigfaltig und so genau wären, wie die über den Aus-fluß des Wassers aus Wandöffnungen, und dennoch sind keindS-Weges alle Fragen beantwortet. Untersuchungen übet andre Flüs-sigkeiten als Wasser Und über die Gestalt des Strales giebt es nursehr wenige, und bloß über die Geschwindigkeit des Ausflusses beiverschiedenen Druckhöhen innerhalb der für die Hydrotechnik wichti-gen Grenzen, besitzen wir ziemlich genügende Aufschlüsse.
Als Gründer der Hydrodynamik sind Newton und DanielBernoulll durch seine 1738 erschienene Hydrodynamik, eines derausgezeichnetsten Werke in der Physik, anzusehen. Ausgedehnte Rei-hen von Versuchen, die noch jetzt benutzt zu werden verdienen, ha-ben wir von Bossut, Buat und Michelotti, die in selbst-