Band 
Erster Band.
Seite
112
JPEG-Download
 

112

lichcn Aemter waren unter den Grandes erblich, oderwenigstens Wahlstellen, bei deren Besetzung der Königohne allen Einfluß blieb. Indessen änderte sich diesunter Ferdinand und Isabelle: sie machten Adelund Geistlichkeit von sich abhängig, und ließen die De-pntirten der Städte nur dann einberufen, wenn sie Sub-sidien haben wollten. Durch die Wiedereinziehung dergeraubten Domänen, durch die strenge Justiz von dergroßen Hermandad in Castilien, und besonders durchdie Inquisition wurden die Großen und, wie Pabst Sir-tus IV. richtig vorhersah und sich darum lange der Ein-führung der Inquisition widersetzte, selbst der Clerus inUnterwerfung gebracht. Die Gewalt des Königs erhieltneue Stärke durch seine Wahl als Großmeister der dreigeistlichen Ritterorden von St. Vago, Calatrava undAlcantara, durch die Vereinigung dieser Würde mitder Krone, und die Disposition über 27 Ordenswürdenund 172 Commendcn. Die Cortes wurden nun ganzvom Hofe geleitet, wie er es für gut fand.

Unter Carl V. blieb zwar die ständische Verfassungfortbestehen, allein ohne allen Einfluß; die Städte ver-loren ihre Privilegien, waren furchtsam geworden undwagten keinen Einspruch; und Adel und Geistlichkeitaber abhängig vom Hof. Jener trug ohnehin nichtszu den Steuern bei, und diese gab nur Dons xrstuits:alle Lasten hafteten auf dem dritten Stande.

In diesem Zustande blieb es bis Arragonien, Cata-lonien und Valenza, weil diese Provinzen im SpanischenSuccessionskriege an Carl von Oestreich hingen, als er-oberte Länder behandelt wurden. Philipp, der neue