Band 
Zweiter Band.
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Mißbrauch der Gewalt seines Fürsten, derRegierung und Beamten, Bedrückungen und Herabwür-digung von hochmüthigen Mitbürgern, die sich über eserheben, höheren Rang und Privilegien in Anspruchnehmen. Was schon Bodin von den Florentinernund Atheniensern, von den Venetianern und Schweizernsagte, daß in weniger als hundert Jahren die ersterensiebenmal, die zweiten sechsmal, die beiden letzterenNationen aber niemals ihre Verfassung geändert hat-ten, weil die Florentiner das gescheidteste, die Schwei-zer hingegen immer das stumpfste Volk gewesen seyen,findet auch bis auf diese Stunde durch die Erfahrungvollkommene Bestätigung. Frankreich, dessen Mittel-stand — überall die Blüthe der Civilisation — von-eher unter allen Nationen an praktischer Vernunft diereichste, und eben darum die aufgeklärteste war undnoch ist, — Frankreich stürzte binnen 4t Jahren seineEonstitutionen 6 bis 7mal um; England veränderte sieoftmals. Allein Spanien, Deutschland und mehrereandere Staaten ließen sich Jahrhunderte lang wie He-loten, oder wenigstens mit höhnender Verachtung, vonihren Fürsten öder gar von einzelnen Ständen behan-deln und unterdrücken. Sie erwachten dann, als derBürgerstand sich fühlte und einsichtsvoller geworden war,und errangen einen höheren Standpunkt, einen Theilihrer Rechte. Auch die Schweizer und Venctianer for-derten und erhielten zeitgemäße Veränderungen in derVerfassung und Regicrungsverwaltung. Dieser Gang

vs kepudl. IV, 1.