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Zweiter Band.
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das ganze Königshaus zu Grunde gehen," bemerkt eineinsichtsvoller Geschichtsforscher, „ehe ein Höfling einenbestimmten Widerspruch über seine Lippen gebracht hätte."Und welches Unheil brachte nicht dieses Dieners ver-brecherisches Schweigen über die Königin und ihrenGemahl!

Zu dem Unglück der Monarchen, von Umgebungenbeherrscht zu werden, kommt noch das andere, das ichmit dem tiefsten Schmerze nenne, ich meine die Krie-cherei der Schriftsteller. Sie, deren Würdeeben so sehr, als ihre Pflicht, erheischet, Wahrheitenzu entdecken und mit männlichem Muthe, mit der Kraft,welche die Weisheit erzeuget und stählt, mitzutheilen,— sie, die Lehrer der Fürsten nicht minder, als desPublicums, entehren häufig ihren hohen Beruf und dieWissenschaften zugleich und werden dadurch Vcrrä-thcr an der ganzen Menschheit. Wir sehen sie, ihreGeisteskinder nicht Männern von Verdiensten, sondernden unwürdigsten Günstlingen und Ministern und denGroßen der Erde, von welchen sie Belohnung, Ge-halte, Beförderung, wäre es auch nur ein Ordens-bändchen, erbetteln, Lobreden halten und ihnen ihreSchriften zueignen. Wir wissen von andern, daß sieunter dem Scheine, ihrem Gebieter mit Muth die Wahr-heit zu sagen, die feinste Schmeichelei verstecken, und

die Gefahr ihrer Täuschung aufzuklären." u. s. w. (Menzel,Gesch. unserer Zeit.)

*) So Boileau gegen Ludwig XIV.: „Eure Majestät wer-den eher 30 Festungen einnehmen, als mich bewegen,Ihnen hierin beizupflichten."