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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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So hatte Gr. Rudolf nur noch einen männlichen Erben in seinem Sohne Gr.Rudolf als er starb. Außer den Söhnen hatte Graf Rudolf noch mehrere Töchteroon welchen die älteste Agnes mit dem Grafen Hartmann von Werdenberg-Sargans,Anna mit Johann Frh. von Hewen, die jüngste aber mit einem von Brandts ver-mählt waren.

Noch im Jahre 1373 hatte Graf Rudolf mit dem Abte Georg von St. Gallenwelcher mit den Städten St. Gallen und Wil, vielleicht auch mit den Landleuten inbedenkliche Streitigkeiten gerathen war, einen Bund auf 4 Jahre, bis Georgi 1377,gegen jeden Feind, ohne Unterschied, nur den Kaiser, das Haus Oestreich, und GrasWilhelm von Montfort zu Bregenz, ausgenommen, geschlossen.

Während der Dauer dieses Bundes sollten die Festen der Verbündeten gegen-seitig beiden offene Häuser sein, wollte einer von ihnen einem dritten Hülfe leisten,so dürfe dieses geschehen, doch ohne daß er die andern zum Zuzüge mahnen dürfe.Bei etwaigen Zerwürfnissen ihrer beiderseitigen Diener sollten diese vor den östr.Landvogt in Thurgau Recht nehmen, sollte der Kaiser den Bund nicht billigen, sosei er null und nichtig, doch soll keiner um diese Mißbilligung sich bewerben; be-dürften sie endlich eiliger Hülfe, so mögen sie, selbst bei Nacht ihre gegenseitige Amt-leute mahnen. Die Urkunde besiegelten mit den beiden Kontrahenden für die Burg-männer des Abts, sein Hauptmann Graf Friedrich von Zollern zu Schalksburg, fürWil, der Schultheiß Albrecht von Landenberg und für die Landleute zu Appenzell,Huntwil, Urnäsch und zu Teuffen, die Ammänner dieser Orte^).

Graf Rudolf von Montfort in Feldkirch, in Beziehung auf seinen Sohn auchder ältere genannt, starb am Montag vor dem Sonntage itominiseoiv 1375, undwurde den 15. März d. I. in das Familienbegräbniß in der St. Nikolauskirche inFeldkirch beigesetzt.

Schon vor seinem Tode scheint der alte Graf Rudolf alle Geschäfte und Ange-legenheiten seinen beiden Söhnen Ulrich m. und Rudolf V. überlassen zu haben.Letzterer als der jüngste wurde zwar zum geistlichen Stande bestimmt, erhielt mehrereKirchcnpfründen und wahrscheinlich auch nach dem Tode seines Großonkels des BischofsRudolf von Konstanz (1333) die Domprobstei in Chur; in welcher Eigenschaft ermehrere reichliche Stiftungen an das Bistbum machte. Allein dieses hielt ihn nichtab, wie oben angegeben ist, seinem Vater im Kriege und Frieden Beistand zu leisten,selbst die Waffen zu ergreifen, und die Fehden seines Hauses auszüfechtm, so wie diesesauch angesehenere, höher gestellte Geistliche, Bischöfe, Kardinalere, thaten, ohnedaß es ihnen zum Vorwurf gereicht hätte.

>) Zellweg. Geschichte des Appenz. Voltes i. Thl. S, 195 .