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aufgefordert, dm Herzog Friedrich zu bekriegen und seine Länder zu des ReichsHanden einzunehmen. Ein allgemeiner Aufstand erfolgte auf diese Aufforderungund des Herzogs eigene Diener und Räthe kündeten ihm ihre Dienste auf und schlof-fen sich an seine Feinde an^). Unter den schwäbischen Grafen und Edlen, welchedem Herzog Friedrich ihre Dienste aufsagten, waren auch die Grafen Rudolf undWilhelm zu Montfort und Tettnang, doch scheint letzterer dieses mehr der Rothnachgebend als aus freiem Willen gethan zu haben, indem er nicht feindlich gegen ihnauftrat und sowie der erste Sturm sich gelegt hatte, ihm nach Krstften beistand^).
Als nämlich Herzog Friedrich sah, daß alles ihn verließ und sich seiner Länderbemächtigte, kam er auf Anrathen seiner Freunde (6. Mai 1413) nach Konstanz,unterwarf sich dem Kaiser, lieferte den Papst Johann nach Radolfszell zu Handendes Conzils, welches ihn den 29. Mai 1415 des Papstthums entsetzte. Die Aus-söhnung zwischen ihm und dem Kaiser zerschlug sich wieder, da Herzog Friedrich den28. März 1416 Konstanz heimlich gegen des Kaisers Willen verlassen hatte, in dasEtschland geflohen war, auch sich mit dem Bischöfe von Trient, seinem Hauptgcg-ner, nicht verständigen konnte oder wollte, weßhalb ihn auch das Conzil (11.März 1417) in Kirchenbann that^). Noch den 31. Januar 1418 hielt MarkgrafFriedrich von Brandenburg auf Befehl des Kaisers zu Konstanz einen weiteren Ge-richtstag , dem mit mehreren Bischöfen und Edlen auch die Gr. Hugo von Werden-berg und Wilhelm von Montfort als Richter anwohnten. Den 7. Februar 1418wurde die verhängte Reichsacht erneuert. , Erst im April 1418 vermittelten dieFreunde des Herzogs aufs neue und erwirkten von dem Kaiser einen Geleitsbrief fürersteren; da eilte mit demselben Gr. Wilhelm von Montfort, Herr zu Tettnang, indas Etschland und begleitete den Herzog Friedrich nach Tettnang und den 14. April1418 nach Meersburg, wohin Kaiser Sigismund von Konstanz gekommen war.Die förmliche Aussöhnung erfolgte aber erst den Vi 2 - Mai 1418. Aber auch selbstda noch verzögerte sich die versprochene Zurückgabe der Besitzungen, welche, früherdem Herzog Friedrich gehörend, von dem Kaiser Sigismund theils zum Reiche ein-
H In dem k. k. östreich. geh. Archive liegen mehr denn 60 Absagebriefe der Fürsten, Bi-schöfe, Grasen und Edlen, welche alle um diese Zeit dem Herzog Friedrich zugeschickt wurden.S. LichnowskyS Geschichte des Hauses Habsburg. V. Bd. S. 310.
Unter den schwäbischen Grafen, welche dem Herzog Friedrich absagten, sind I. e. ge-nannt: die Grafen Hartmann von Werdenberg-Sargans, Konrad und Ego von FürstenbergEberhard von Kirchberg, Frieder, v. Zollern, Rudolf und Wilhelm v. Montfort, Eberhardvon Nellenburg, Friederich v. Toggenburg, Johann v. Helfenstein u. a. m.
2)Tschudis Geschichte der Eidgenossen. Th. u. S. 9.
H äuet. ott. p. 25.