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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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v. Zimbern, Herr in Mößkirch, Jerg, Truchseß, Freih. von Waldburg, Herr zuWolfegg.

Was diese Herren befürchtet hatten, traf auch bald darauf wirklich ein. ZuEnde des I. 1524 empörten sich die Unterthanen des Gr. von Lupfen; im Früh-jahre 1325 standen alle Bauern in ganz Schwaben, in Franken und am Rheingleich einem Manne auf, errichteten unter sich Bündnisse, vereinigten sich in große,zahlreiche Heerhaufen, welche mit gewaffneter Hand besonders gegen die Klösterund die Schlösser des Adels mit Raub, Plünderung und Brand wütheten. Auchdie Höhgauer, die Allgäuer und die Anwohner des Bodensees erhoben sich und sam-melren sich in drei Haufen. An letztern (den Seehaufen) schloß sich ein großer Theilder Montforter Unterthanen an. Den Anfang machte dieser Haufen damit, daßsie das Kloster Langenau, welches unter dem Schutze der Gr. von Montfort stand,ausplünderten und stark beschädigten und das Schloß Stauftn, welches dem GrafenWolf oder Wolfgang von Montfort gehörte, niederbrannten Von da zogen sievor das feste Schloß Rothenfels, welches sie theils ernstlich belagerten, theilsfast 20 Wochen lang eingeschlossen hielten. Gr. Wolfgang, welcher sich in diesesSchloß geworfen hatte, vertheidigte dasselbe mit so großer Tapferkeit und Umsicht,so daß sich die Bauern dessen nicht bemächtigen konnten. Nach wieder hergestellterRuhe erbaute Gr. Wolfgang auch wieder daS zerstörte Staufen. Besonders scheinendie Unterthanen des Klosters Langenau unzufrieden gewesen zu sein. Eine Urkundevom 23. Juni 1524 sagt, daß zwischen diesen und dem Kloster viele Spänne undStreitigkeiten stattgefunden haben, welche Gr. Johann der ältere durch einen Ver-gleich , den er zwischen beiden Parteien vermittelte und durch den die Klosterunter-thanen bedeutende Erleichterungen erhielten, zu heben suchte^).

Mit ihren Gesellen vereint zogen die Allgäuer wieder gegen Wolfegg undWaldsee, beide Orte Besitzungen des Truchseffen Georg von Waldburg, Haupt-manns des schwäbischen Bundes, und belagerten diese damals festen Orte. Georg,Truchseß zu Waldburg, nachdem er die Bauern, welche an der Donau gleichfallsaufgestanden waren, bei Tigerfeld, in der Nähe von Zwiefachen, bei Günzburgund Leipheim geschlagen und zum Theil zerstreut hatte, rückte mit dem Bundesheerum Ostern nach Oberschwaben, schlug einen feindlichen Haufen bei Essendorf undzwang die übrigen, welche sich bei Gaisbeuren und Wurzach gesammelt und aufge-stellt hatten, zum Rückzüge durch den Altdorfer Wald, verfolgte sie mit seiner ge-wohnten Schnelligkeit und traf auf sie bei Altdorf - Weingarten. Hier rüsteten sich

') Der Pfarrer von Eßcratsweiler und ein Hans Dresscl waren ihre Anführer.2) Langenauer Copienbuch S. 339.