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und Ursula, welche mit Graf Rudolf von Werdenberg-SarganS vermählt waren.Diese beiden Töchter waren die alleinigen Erben der Güter ihres Vaters. IhreMänner theilten vas reiche Erbe des Donats von Vatz wie es scheint durch friedlicheUebereinkunft, wohl ein seltenes Beispiel, besonders da beide gleich ehrgeizig undländergierig waren.
Graf Rudolf erhielt für seinen Antheil Ortenstein, Trüns, Schlewis, Hohm-trims, Loar, Tschappina, den Heinzmberg, Saffien, Tufis, Schambs, Bären-burg, den Rheinwald und das alte Vatz'). Diese Besitzungen, vereint mit denalten Besitzungen seines Hauses, von welchen er Sargans, Wartau, Freudenbergund Nidberg inne hatte, enge vereint mit seinem Bruder Hartmann, welcher Vaduz,Blumenegg und das Wallgau für sich besaß, machten ihn zu einem der mächtigstenHerren Rhätiens. Den 4. Dez. 1338^) hatte Rudolf mit seinem Bruder undihrem Vetter, dem Gr. Albrecht von Werdenberg, Herrn zu Heiligenberg, Rheineggund Hohentrüns auf dem Schlosse Werdenberg eine Zusammenkunft, um sich überihre gemeinschaftlichen Angelegenheiten zu berathen und enger zu verbinden, indemdem Gr. Rudolf wohl der Besitz eines Theils der Erbschaft seines Schwiegervatersmochte streitig gemacht worden sein, theils weil sie Lehen des Bisthums Churwaren, bei welchen die erbliche Erbfolge nicht bestimmt festgesetzt war, theils weilDonat von Vatz auch einzelne Güter wohl mehr mit Gewalt, als mit Recht an sichgebracht hatte. So wurde Rudolf mit seiner Frau erst in diesem Jahre von demBischof Ulrich von Chur mit Schams, Bärmburg, Rheinwald, Ortenstein undSchanfik belehnt^). Auch hatten Rudolf und Hartmann mit dem Abte Hcrrmannzu Pfäffers als Schirmvögte dieses Klosters Streit, theils wegen den Voglrechtenselbst, theils über den Besitz des Schlosses Wartenstein, welches sie, nach dem Bei-spiele der alten Schirmvögte des Klosters, Den v. Sar, an sich ziehen wollten. DieseStreitigkeiten führten zu einer Fehde, welche im I. 1341 ausbrach, welche aber,da sie für die von Werdenderg nicht günstig auszufallen drohte, durch die erwähltenSchiedsrichter, dem Bischof Ulrich von Chur, Ulrich, Abt von Salem''), Albert,Gr. zu Werdenberg, Friedrich von Ried und Wölfin von Wolfurt im Jahre 1342,
S. Fäsis Veschr. der Eidgenossen. Th. u. S. 102 u. folg.
Tschudi, ,. Th. 5. Bd.
2) LicNkorn, II. Up. Lur. p. 1»7.
4) Dieser Ulrich, welcher zu Salem von 1337 bis 1388 Abt war, wird von Bru-schlus und in dem 4Mrium Solewitainuiu ein Gras von Sargans genannt, doch geschiehtvon ihm weder in den Urkunden noch Chroniken der Werdenberger eine Erwähnung. Ent-weder war er ein Bruder der beiden Grafen Rudolf und Hartmann, dessen Guler imI. 1324 unter dem Namen Heinrich erwähnt, oder er war ein Ministerial, ein Edelknecht,-er sich von Sargans schrieb.