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wurde dieser Anschlag entdeckt, die Verschworenen, welche nicht zu entfliehen Gele-genheit fanden, nach hartnäckigem Widerstände theils getödtet, theils gefangen.Unter letzteren war Hans von Habsburg. Brun, der Bürgermeister von Zürich,vermochte die Züricher zu einem Kriegszuge, in welchem Rapperswil erobert, späterschändlicherweise von den Zürichern zerstört und niedergebrannt wurde. Das HausHabsburg-Oestreich, stammverwandt mit den Grafen von Habsburg-Laufenburg,Lehenherr derselben, mußte sich des Gr. Hans und der Rapperswiler annehmen.Vergebens wurden Unterhandlungen angeknüpft, die Züricher suchten Hülfe bei denEidgenossen, welche diese um so lieber gewährten, da es den Oestreichern, ihrenErbfeinden, galt und die Macht und Lage Zürichs für die armen Alpenbewohnerder alten Eidgenossen in vielfacher Beziehung von zu hoher Wichtigkeit war, um dieStadt unterdrücken lassen zu können. So fing der Krieg zwischen Oestreich undZürich an. Herzog Albrecht selbst kam von Wien in die Vorlande mit starkemGefolge, zu ihm gesellte fich die Macht der östreich. Städte und des Adels, zu ihmdie alten, zum Theil abhängigen Freunde des Hauses Habsburg aus Rhätien undSchwaben. Das Städtchen Bruck im Aargau, das alte Eigenthum der Habsbur-ger, war der Sammelplatz der Truppen, um von da aus gegen Zürich zu ziehen.Auch Gr. Rudolf mit seinem Bruder Hartmann fanden sich auf diesem Sammelplätzeein und zogen, als alte Verbündete Oestreichs, im I. 1331 mit dem Heere vorZürich. Aber auch als Herzog Albrecht zum zweitcnmale im I. 1353 vor Zürichlag, fand sich Gr. Hartmann sowie dessen Vetter Hugo und Heinrich von Werden-berg und Schmalnegg daselbst ein ^).
Diese steten Fehden und die damit verbundenen Verheerungen, da Raub undBrand der Unterthanen einen Haupttheil der damaligen Art, den Krieg zu führen,waren, mußte nothwendig Theurung und Mangel veranlassen, deren Folge pestartigeKrankheiten waren, so daß im I. 1315 in dem kleinen Gebiete des Klosters Pfeif-fers allein an 200 Menschen starben. Dieses sowie die Fehden selbst scheinen dasVermögen des Gr. Rudolf um so mehr erschöpft zu haben, als das Geld ohnediesin diesen armen Gegenden selten war und die Einkünfte der Herren in den Natural-abgaben ihrer Hörigen und Leibeigenen größtentheils bestanden, welche, so wie ihreZahl sich bedeutend verminderte und der Feldbau und die Viehzucht aus Mangelan Arbeitern vernachlässigt wurden, nur kärglich flössen. Rudolf sah sich dadurch
>) Nach einer Urkunde vom 12. Oktober 1351 verspricht zu Brnck Gr. Rudolf (dieUrkunde hat Rüdiger) von Sargans dem Herzog Albrecht von Oestreich mit 10 Helmenund 100 Mann zu Fuß durch sechs Monate zu dienen, letzterer verspricht auch zu Mün-chen den 20. Juni 1350, dem Gr. Rudolf „von Sandgans" 510 Fl-, und zwar 250 Fl.für geleistete und 200 Fl. für noch zu leistende Dienste zu bezahlen. (K. k. östr. g. Arch.)