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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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als die Landmarchen amzemal begriffen Hand, uff den Tag, als dirre Brief gegebenist.") Verlangt ein Theil von dem andern Söldner, so sollen diese gewährt werden,nur haben dann diejenigen, in deren Sold sie tretenInen gen (zu geben) ir Kostals zimlich und bescheidenlich ist... und darzu Jrem jetlich besundert zween gutPlaphart ze dem Tag ze rechtem Solde." Die Glarner behalten sich ihre älterenBündnisse mit den Eidgenossen, Albrecht von Masor, die mit den Herzogen vonMailand, in soweit diese das Recht zu nehmen sich nicht weigern, vor. Dabeischwören beide Theiledaß wir und unser aller Erben und Nachkommen, die wirvestiglich hierzu bindent, und auch die vorgenannten Ammann und die Landlüt zeGlarus und alle Ir Erben und Nachkommen jedwedrend halb der andern gute, ge»trüwe Fründ und lieb Eidgenossen ewigklich sin sollend und beliben sond, die wilGrund und Grat wäret"....

In diesen beiden Verbindungen finden wir, daß nicht nur die Herren für sichallein, wie früher, dieselben abschlössen, sondern daß ihre Vasallen und Untertha-nen, wie sie immer Namen haben mochten, als Theilnehmer mit in diese Bündnisseaufgenommen wurden. Zugleich geht aber auch aus dem Inhalte dieser beiden Bun.desbriefe hervor, daß der erstere hauptsächlich gegen die Freih. von Rhäzuns, mitwelchen Bischof Hartmann von Chur und sein Vetter, Gr. Johann von Sargans,in Fehde lebten, gerichtet war, wobei besondere Rücksicht auf Oestreich genommenwurde, dagegen der letztere als ein Schutz- und Trutzbündniß gegen obigen Bunderscheint, der wenigstens theilweise gegen die Herzoge von Oestreich gerichtet war,in soweit nämlich die Glarner ihre erklärten Feinde seit der Schlacht bei NäfelS(1388) waren und neue Anstände dermal sich wegen den Appenzellern und derStadr St. Gallen erhoben hatten. Bischof Hartmann nahm daher diese Verbindungsehr übel und ließ wenigstens zu, daß seine Leute die Glarner wo sie konnten be-schädigten, indem sie denselben das Vieh von ihren Alpweiden wegnahmen und aucheinen den Appenzellern gehörigen Waarenzug an dem Lanqnart anhielten und be-raubten. Dieses war dem siegesstolzen, kriegerischen Volke der Glarner zu viel, siemahnten ihre Eidgenossen, die Schwyzer und Appenzeller, und zogen mit ihremLandesbanner anst zu ihnen gesellten sich die Harste der Entlibucher, der Zugerund Schwyzer.

Der Zug ging über Kerenzen nach Sargans, dort vereinigten sich mit ihnendie Haufen der Appenzeller. Vereint setzten sie über den Rhein und rückten bisgegen Chur vor. Niemand getraute sich, im offenen Felds sie zu bekämpfen. EinsStadt wie Chur zu belagern, lag weder in der Absicht der Glarner, noch waren siehierzu eingerichtet. Sie plünderten und raubten daher zu Zitzers, Jgis, Trünsund Malans. Schwer belastet mit Beute, das Vieh vor sich hertreibend, zogen sieüber den Rhein in ihre heimathlichen Gebirge zurück. Bischof Hartmann mahnte