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Geschichte der Grafen von Montfort und von Werdenberg : ein Beitrag zur Geschichte Schwabens, Graubündtens, der Schweiz und des Vorarlbergs / von Dr. J.N. Vanotti
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seligkeiten ihren 'Ansang. Die Feldkircher mit den östreich. Söldnern und Helfernunter Anführung des östr. Landvogts, Gr. Hans von Lupfen zu Stülingen, zeich-neten sich in diesem Kampfe aus. Die Feldkircher eroberten (10. August 1404)Werdenberg, zogen den 26. Nov. d. I. in das Wallgau, verbrannten Nutzidersund trieben 100 Stück Hornvieh hinweg, belagerten (30. Nov.) Blumenegg, zogenzwar wieder ab, kehrten aber noch in demselben Jahre zurück und eroberten den21. Dezember die Feste Blumenegg. Noch im I. 1405 dauerte die Fehde in dieserGegend, besonders mit Gr. Wilhelm zu Bregenz, welcher sich in dieser Fehde denWerdenbergern angeschlossen hatte, fort (s. oben I. Abth.), bis letzterer sich mitOestreich aussöhnte. Bischof Hartmann eilte nach der Fürstenburg, eine starkechurische Feste an der Gränze gegen Tyrol, die ihm gehörte. Da überfiel ihn Herz.Friedrich (1405) und nabm den Bischof Hartmann daselbst gefangen. Auf dasGerücht seiner Gefangennehmung griffen die Engadiner zu den Waffen, unter An-führung Jakobs von Planta schlössen sie die Fürstenburg ein und zwangen die östr.Söldner, die Burg zu übergeben. Noch vor Uebergabe der Burg wurde der BischofHartmann gefangen nach Schaffhausen, dieser damals östr. Stadt, abgeführt, wo-selbst er den 1. August 1405 dem Herzog Friedrichnachdem er etwielangs Zit" imGefängniß gewesen, eine Urfehde ausstellt und zugleich gelobt, das mit Oestreichfrüher bestandene Bündniß zu halten. Doch erfolgte dessen Entlassung aus der Ge-fangenschaft nicht sogleich, wohl mochte Herzog Friedrich die Wankelmuts und dendurch diese Gefangenschaft noch gesteigerten Haß des Bischofs Hartmann fürchten,weßhalb er sich von dem Domkapitel und der Stadt Chur, den Dienstmannen desStifts, Dietegen und Jtal von Marmels, Jakob von Castelmur, Peter und Hein-rich von Unterwegen, Tusch und Friedrich von Juvalt, Burkard von Schauenstein,Jtal und Gaudenz von Planta, sowie von den Bewohnern zu Oberhalbstein, Pregel,Engadin, Domletsch, Vrägun, Täufers, Münsterthal und Vintschgau, eine Ur-kunde zu Chur den 5. August 1405 ausstellen ließ, nach welcher sie Bürgen seinwollten, daß Bischof Hartmann die beschworene Urfehde und das Bündniß halte,widrigenfalls sie ihn nicht mehr als ihren Herrn anerkennen würden. Am nämlichenTage gelobten auch die Grafen Hans, Hugo und Heinrich von Werdenberg-Sargans,Wolfram und Ulrich, Brüder von Brandes, Gr. Wilhelm von Montfort-Bregenz,Gr. Heinrich mit seinen Söhnen Rudolf und Wilhelm von Montfort zu Tettnang,Ulrich von Klingen und Frik, Vizthum zu Casteln, dem Bischof nicht mehr zuhelfen, wenn er seine Urfehde nicht halte. Doch auch da noch blieb Bischof Hart-mann in der Gefangenschaft, wie die Urkunde, äst. Chur den 16. Okt. 1405,beweist, nach welcher das Kapitel, die Stadt, die Dienstmannen und Unterthanendes Bisthums dringend den Herzog Friedrich bitten, den Bischof Hartmann aus derGefangenschaft zu entlassen, wo sie ihm sodann gegen die Appenzeller helfen wollten.